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Wundern wir uns ernsthaft warum Integration als „Problem“ diskutiert wird und lohnt sich ein Blick auf unsere eigenen Fähigkeiten Integration zuzulassen bzw. sich zu integrieren?

Warum wird diese Debatte in Deutschland so emotional geführt? Es ist nicht nur eine Frage der Nationalität, sondern weist uns auch auf die Spaltung innerhalb unserer eigenen Gesellschaft hin. Würde jeder von uns das Grundgesetz Art 1–5 jeden Morgen durchlesen und in seinem eigenen Umfeld beherzigen, wir würden im Paradies leben!

Integration geht davon aus das eine Gesellschaft aus einer *relativ* homogenen Mehrheit und einer oder mehreren Minderheiten besteht, die in das bestehende System der Mehrheit zu integrieren sind. Dies erfordert eine Anpassung an die Mehrheit. Während die Inklusion davon ausgeht die Menschen, als gleichberechtigte Individuen zu sehen und nicht wertet, um den einzelnen zu ermöglichen aufgrund seiner Persönlichkeit seinen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Wäre nicht eine Kombination aus beiden einen Versuch wert?

Wie sieht die Bilanz innerhalb Deutschlands aus? Die Mehrheit bestimmt die Rahmenbedingungen für die Integration. Wer ist die Mehrheit in Deutschland? In der Politik, in der Arbeitswelt, in der Gesellschaft? Lohnend ist der Blick in unser direktes Umfeld und die eigene Familie, die spannende Ergebnisse bringen kann. Wie ist das Verhältnis von Spaltung, Integration und Inklusion?

Von außen betrachtet kommen nun Flüchtlinge in unser Land und spiegeln & verstärken unsere hausgemachten Probleme, für die sie nichts können aber gern verantwortlich gemacht werden, wie Wohnungsnot, Infrastruktur, Bildung etc. Dazu kommen die unsichtbaren Kriege (Bankenkrise, Vermögensverteilung, Leistungsgesellschaft etc.) die weltweit Ihre Kreise ziehen, die wir als Krisen bezeichnen und momentan als „ Wirtschaftsflüchtlinge“ sichtbar werden. Die finanziellen Möglichkeiten selektieren schon im Vorhinein welchen Menschen wir wohl eher begegnen. Geld definiert wie wir Wohnen, Einkaufen, welche Bildungsmöglichkeiten und Hobbys wir haben, und wo wir Urlaub machen.

Armut, in Ihren vielfältigen Facetten (im Geist, Herzen und im Materiellen), ist Voraussetzung für Unruhen und Krisen, in Ländern bis zur eigenen Familie. Es sollte unsere oberste Priorität sein, diesen Reichtum im Geist, im Herzen und im Materiellen bei uns selbst zu fördern und sich auch dafür einzusetzen, dass alle Menschen Zugang dazu haben.

Im Alltag sind es die Kleinigkeiten die erst in der Summe Wirkung zeigen und als Kehrseite einer erstmal positiven Handlung entstehen. Allein der Blick in einen wohl sortierten Zeitschriftenladen lässt uns staunen. Neben Fachzeitschriften gibt es mittlerweile für jede „Zielgruppe“ eine eigene Zeitschrift, also egal, ob die Frau 30,40,50 ist, für jedes Alter ist ein individuelles Blatt zu haben, auch für Mütter, Omas, Singles, Vegetarier, Veganer, Fleischesser, sportlich, häuslich, es scheint keine Grenzen mehr zu geben. Klar die eigenen Wertvorstellungen werden durch die jeweilige Zeitung erfüllt, der Nachteil ist man muss nicht mehr über den Tellerrand blicken und sich mit anderen Themen, die nicht den eigenen entsprechen, auseinandersetzen.

Gemeinsam kann viel mehr erreicht werden wie als Individuum, egal ob als Bürgerinitiative, Sportverein, etc., es kann im positiven Sinne Berge versetzen. Es gilt einfach wachsam zu bleiben und zu reflektieren, dass die eigene Meinung, die von der Gruppe unterstützt wird, keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit besitzt.

Auf den ersten Blick ist es verständlich und entspricht dem Streben nach Akzeptanz und individueller Entwicklung. Wir fühlen uns wohl und sicher unter Gleichgesinnten , je größer die Auswahl ist uns mit Menschen zu umgeben die unsere Werte bzw. Situation teilen (Arbeit, Hobbys, Lebenseinstellung, Alter etc.) werden wir diese verwirklichen, und der Platz für Begegnungen mit anders denkenden Menschen sinkt.

Die Möglichkeiten der individuellen Lebensgestaltung haben in den letzten Jahren zugenommen, von den früheren „Zweckgemeinschaften“ sind wir weit entfernt, aber es scheint sich sehr ins Gegenteil zu verlagern. Was ist die Kehrseite der Medaille? Wir gehen den leichten, bequemen und uns nutzbringenden Win-win-Weg. Wie viel Zeit, Energie und Neugier bleibt noch uns, denen zu widmen die uns nicht ähnlich sind und unsere Werte nicht teilen. Was können wir von Ihnen lernen, von Ihrer Kultur, Ihrem Blick auf die Welt und Ihrer Einstellung?

Förderlich für Integration/Inklusion sind Neugier, Wertschätzung und die Begegnung auf Augenhöhe. Es braucht Zeit sich dem Gegenüber wirklich zu öffnen, um ihm die Chance zu geben Vertrauen zu entwickeln. Somit können Gemeinsamkeiten entdeckt werden und die Andersartigkeit als Bereicherung akzeptiert werden, anstatt zu tolerieren. Toleranz darf nur als Etappe zum Ziel dienen, bis Sie durch die Akzeptanz und manchmal eben auch durch Grenzen (die Türen haben) ziehen, ersetzt werden.

Oft ist es eine Krise, die unterschiedliche Menschen vereint. Die Hochwasserkatastrophe in Passau ist ein gutes Beispiel dafür. Vor der Flut waren sich die Bewohner und Studenten nicht immer grün. Jeder weilte unter seinesgleichen und trat zwar mit Toleranz auf, kümmerte sich aber nicht wirklich darum die Vorurteilsschubladen zu verkleinern. Erst in der Not hatte man ein gemeinsames Ziel und nahm so gezwungenermaßen die Möglichkeit wahr, die anderen wirklich kennenzulernen und deren Schokoladenseiten zu entdecken.

11 Freunde sollt Ihr Sein – eine Utopie? Würde es uns nicht guttun auch Freunde aus unterschiedlichen Bereichen zu haben! Ein Potpourri aus Alt und Jung, aus der Ober-/Mittel/Unterschicht, Stadt- und Landbevölkerung, Weltenbummlern und Heimatliebhabern, Einheimischen und Zugezogenen, Technik- und Naturbegeisterten, aus CSU/SPD/Grünen oder ÖDP, Musikern, Künstlern etc. ? Die berühmte Frage folgt: Was bringt mir das? Es fördert die Wertschätzung und Akzeptanz für andere. Auch stärkt es die eigene Persönlichkeit, jemanden so anzunehmen wie er ist, wird erst möglich, wenn wir mit uns selbst in Frieden leben und versuchen eigene Probleme nicht zu oft auf andere zu projizieren. Es erleichtert uns die Vielfalt des Menschen wahrzunehmen und vermindert das Schwarz-weiß-Sehen sowie den Experten-Tunnelblick.

Es kann spannend werden sein eigenes Umfeld mal unter die Lupe zu nehmen. Wer ist wie vertreten, wo gibt es Gemeinsamkeiten und Mehrheiten. Welche Charaktere ähneln uns selbst, wo gibt es Ergänzungen. Wichtig ist auch mal zu hinterfragen, wer gar nicht vertreten ist im Freundschafts- und Familienzirkel, und warum?

11 Freunde, ein Beispiel :
1 der unser Herz berührt
1 der unsere Neugier fördert
1 der uns De-Mut zeigt
1 der unsere Persönlichkeit wachsen lässt
1 der uns herausfordert
1 der uns Mitgefühl lehrt
1 mit dem wir lachen können
1 der uns so mag wie wir sind, mit allen Facetten unserer Persönlichkeit
1 der unsere Talente fördert
1 der uns hilft ohne Erwartungen zu lieben

der 11 ist der wichtigste Freund, wir selbst – die wohl schwierigste Aufgabe im Leben, sich selbst ein guter Freund zu sein!

Foto: Pixabay