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Hilft uns Toleranz wirklich immer weiter?

Hilft uns Toleranz wirklich immer weiter?

Ein viel benutztes Wort dieser Tage, eines, mit dem man sich gerne schmückt und welches erstmal auf der Schokoladenseite unserer Werte landet.
Definition (laut Wikipedia)

Toleranz, auch Duldsamkeit, [1] ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten.[2Das zugrundeliegende Verb tolerieren wurde im 16. Jahrhundert aus dem lateinischen tolerare („erdulden“, „ertragen“) entlehnt.
Nach dem Lesen der Definition beginnt die Auseinandersetzung mit dem Wort, es gar nicht so leicht für sich selbst eine Bedeutung zu finden. Wann und warum sind wir duldsam im realen Leben? Und hilft es uns immer weiter?

Man rühmt sich damit tolerant zu sein, doch es birgt auch Risiken als Langzeitmittel.
Je mehr neue Eindrücke, Situationen und Menschen uns tagtäglich begegnen, umso mehr ist Toleranz gefragt. Um diese Erkenntnisse zu prüfen und einzusortieren ist Toleranz ein gutes Mittel bis zur Entscheidungsfindung.

Im Idealfall beschäftigen wir uns mit der Situation so lange bis wir zu einer Entscheidung gekommen sind, diese zu akzeptieren oder wenn Sie zu stark von unseren Werten abweicht, Grenzen zu setzen. Es bringt uns selbst und dem Gegenüber Klarheit.
Doch sind wir eigentlich noch in der Lage in dieser schnelllebigen Zeit Toleranz als Mittel zum Ziel zu verwenden oder ertappen wir uns nicht öfters dabei, uns hinter dieser Toleranz zu verstecken um aus Zeitmangel oder Desinteresse nichts zur Entscheidungsfindung beizutragen. Wo verbirgt sich das Risiko?

Wenn wir jemand oder etwas tolerieren, stellen wir uns automatisch auf eine „moralisch höhere Stufe, die uns Überlegenheit vorgaukelt und unser Ego nährt. Schließlich sind wir doch so großzügig, diese Situation zu tolerieren, obwohl wir es doch besser wissen, oder unsere Werte als wichtiger ansehen.
Wenn wir etwas dauerhaft tolerieren, ohne uns wirklich damit auseinandersetzen dann geben wir der Situation keine Chance akzeptiert zu werden, sondern fördern ein oberflächliches Vergleichen, Werten und Ablegen in einer unserer Vorurteilsschubladen.

Was bringt uns dieses Verhalten von mehr akzeptieren, Grenzen setzen und weniger tolerieren? Es bringt uns selbst Klarheit, es macht zufriedener und authentischer.Aber es braucht viel Zeit uns den Dingen, die uns persönlich wichtig sind mit Interesse, Offenheit und Demut zu widmen und Toleranz wieder als Mittel auf dem Weg zur Entscheidungssetzung zu nutzen.

Es ist mutig sich auch mal keine Meinung zu erlauben und die tagtägliche Informationsflut einzudämmen ist ein hilfreiches Puzzleteilchen für einen klaren Kopf.

Bild: Pixabay