Wenn die 3-Affen mit der Grinsekatze mutieren!

Wenn die 3-Affen mit der Grinsekatze mutieren!

Amüsiert erinnern wir uns an jene Momente, die uns Kinder bescheren, um Missgeschicke zu kaschieren. Jener Moment in dem die 3-Affen Taktik mit der Grinsekatze zusammentreffen, um zur Waffe der kleinen Quälgeister zu mutieren. Wie von Zauberhand wurde das Glas Saft über den Teppich gekippt, das Glas weilt noch inmitten des Saftsees, während uns als einziger Zeuge der Nachwuchs gekonnt anlächelt. Auf die Frage was passiert sei, wird die o.g. Taktik aus dem Hut gezaubert.

Gekonnt nutzen Sie den Überraschungseffekt, ein entwaffnendes Lächeln, ein überraschter Blick auf die eigentlich klare Faktenlage und ein Überlaufen auf die gegnerische Seite: Ich habe auch nichts gehört, nichts gesehen, nicht gesagt, wissentlich der Beweislage. Meist folgt noch ein Ablenkungsmanöver in Form eines fantasievollen wortreichen Berichts über einen kleinen blauen Drachen, der als Übeltäter quasi schon überführt sei. Dieses überzeugte Übersehen der Wahrheit lässt einem als Erwachsener meist milde urteilen. Nur was bei einem 4-Jährigen noch als Anekdote im Lebensbuch notiert wird, kann später zu ernsthaften Problemen führen, meist leidet die gegnerische Seite.

Erstaunlich ist nur, wie wirksam diese Masche in allen Bereichen des Lebens zu funktionieren scheint. Der Faktor Sympathie lässt uns ähnliche Erlebnisse & Taten doch unterschiedlich bewerten, je nachdem welche Einstellung bzw. persönliche Beziehung wir zum Gegenüber haben. Harmlose Beispiele mögen viele aus dem Arbeitsleben zu erzählen haben, aber sind Sie auch harmlos? Jeder hat einen oder eine Kollegen/in, der man kaum böse sein kann, egal ob der Hamster der Nachbarin Schnupfen hat und Sie dadurch zum 100 x Mal zu spät kommt, das kindliche Lächeln gepaart mit dem unschuldigen „ich habe es doch nicht mit Absicht getan und bin mir keiner Schuld bewusst wirkt, im 1. Moment sind wir gehemmt, der Ärger bzw. die Wut darüber kommt meist erst später.

Zum Erfolg dieser Menschen scheint ihre „Leben und leben lassen“ Einstellung zu gehören, d. h. Sie sind im Außen äußerst tolerant gegenüber ihren Mitmenschen als auch zu sich selbst, mit dem Wissen je toleranter & wohlwollender sie sich geben, umso mehr Verständnis dürfen Sie für eigene Verfehlungen erwarten. Die Bandbreite ist groß, von der Sekretärin die jede Laune ihres Chefs lächelnd erträgt und dafür die Hälfte ihrer Arbeitszeit bei Google verbringen darf, bis zu großen Vorfällen jener Fußballgötter bzw. Steuersünder wie Messi oder Ronaldo, die man medial fast noch mit Mitleid übergießt, mit der Vermutung das sich böse Berater an den unschuldigen Jesus-artigen-Jüngern zu schaffen machten.

Auf der anderen Seite wird ein Herr Hoeneß mit Freuden medial zum Abschuss freigegeben, nach dem Motto wer austeilt, muss mindestens genauso, wenn nicht noch mehr einstecken. Warum scheint es in dieser emotionsgeladenen Zeit so schwer zu sein, Taten nach Sachlage zu beurteilen, weder mit der rosa-roten-Brille für Messi noch mit der schwarzen Brille für Hoeneß. Die Fähigkeit Situationen objektiv zu betrachten, sobald Emotionen im Spiel sind, geht vermeintlich immer mehr verloren. Die höchst gehandelte Währung heutzutage sind Emotionen, in dieser Währung lässt sich alles besser verkaufen, gut für die Geschäftemacher, nachhaltig gefährdend für den Konsumenten.

Unser Körper & Seele beansprucht Phasen der Stille um Erfahrungen incl. Emotionen zu verarbeiten. Zeit & Ruhe sind die wichtigsten Zutaten, um nicht eine Marionette der eigenen & mit aufgesaugten Emotionen zu werden. Gerade Situationen die unsere Gefühle sehr in Wallung bringen, in welche Richtung auch immer, bedürfen einer zweiten Prüfinstanz. Egal ob das alte Sprichwort greift, eine Nacht darüber zu schlafen, oder ob Sie im Rahmen eines Spaziergangs die Lage nochmal in Erinnerung bringen, weise Entscheidungen trifft nur jemand, der mit sich in Einklang ist.

Im Privatleben kann man selbst entscheiden, wie man mit solchen Erlebnissen umgeht, man selbst wird im Laufe seines Lebens temporär mal zur Grinsekatze (ein Zustand von frisch Verliebten) oder zum Miesepeter (Schicksalsprüfungen jeglicher Art). Diese eigenen Erfahrungen mit ihren positiven wie auch negativen Auswirkungen sind hilfreich, um Menschen objektiver zu betrachten. Mit dieser Klarheit erkennen wir eher, aus welchen Impulsen unser Gegenüber gerade handelt.

Die 3-Affen werden in Asien übrigens als über „Schlechtes weise hinwegsehen“ gedeutet. Im Westen verwenden wir Sie als Sinnbild einer mangelnden Zivilcourage, im Sinne von Schlechtes nicht wahrhaben wollen. Die Gratwanderung, die Macken seiner Mitmenschen mit einer Prise Humor zu akzeptieren, aber dennoch an der richtigen Stelle Grenzen zu setzen, ist die hohe Kunst der Diplomatie & Lebensschule ein Leben lang.

Bild: Pixabay hear-no-evil-4437031_1920

Wenn Tiere sprechen könnten – bedingungslose Liebe zum Haustier – eine Illusion oder was wäre wenn?

Wenn Tiere sprechen könnten – bedingungslose Liebe zum Haustier – eine Illusion oder was wäre wenn?

Meine erste große Liebe war ein kleiner rot-weißer Stubentiger namens Susi, die mich bedingungslos liebte, zumindest war ich mit meiner Lebenserfahrung von 5 Jahren fest davon überzeugt. Sie wärmte jeden Morgen mein kleines geschundenes Herz auf, indem Sie überschwänglich Körperkontakt zu mir aufnahm, in meinen Armen schnurrte wie ein Leopard II Panzer, mich an stupste und mit Ihren Schnurrhaaren im Gesicht kitzelte. Diese morgendliche Liebesbekundung einer Katze war für mich unglaublich und in dieser Zeit auch lebenswichtig, war es doch in meiner Familie die einzige emotionale Zuwendung als auch Körperkontakt.

Im Gegenzug versuchte ich mich so gut es ging zu revanchieren mit Streicheleinheiten, Essen in allen Schattierungen und selbstgebauten Schlafplätzen, wir hatten einen guten Deal der uns beiden das Überleben garantierte, bis Susi ein Jahr später von einem Auto überfahren wurde und mein Herz zerbrach. Es gab noch ein paar Versuche mit Susi 2 und deren Nachfolgern, die immer Opfer der benachbarten Straße wurden.

25 Jahre später bekomme ich beim Lesen eines Zeitungsberichts Gänsehaut, ein Hund dessen Besitzer vor Monaten gestorben war, spaziert täglich zum Friedhof um sein Herrchen zu betrauern! Ist eine so enge emotionale Beziehung möglich, als 5-Jährige hätte ich dem sofort zugestimmt? Aber was hat es mit der Tierliebe auf sich, warum spricht der „Besitzer“ oft mit verklärten Augen von bedingungsloser Liebe, liegt es daran das die armen Tiere uns nicht widersprechen können?

Ich stelle mir vor, wieder in einer Tier-Mensch-Partnerschaft zu leben, ein grau getigerter Kater namens Henry ist mein Counterpart, kein Katzenmacho, sondern ein gemütlicher Mitbewohner für eine halbwegs neurotische 40-jährige. Die Aufgabenverteilung ist klar, ich kümmere mich um die tägliche Menüfolge, die adäquate Schlaf- u. Reinigungsmöglichkeit und genügend Zeit zu Zweit. Im Gegenzug erhalte ich bzw. mein getigerter Mitbewohner Streicheleinheiten, klingt nach einer perfekten Beziehung. Doch was wäre, wenn Henry sprechen könnte, würde es auch noch so harmonisch sein?

Würde er mir zum manchmal vorwurfsvollen Blick beim Servieren des Essens noch vorhalten, er hasse erstens Leber, zweitens würden ihn diese festgezurrten Essenszeiten in seinem liberal links gerichteten Katzenleben ankotzen! Überhaupt würde er lieber mit seinen Kumpels um die Häuser ziehen, ich wäre nur seine Not-Not-Beziehung, was uns beide vereint. Rums, das würde sitzen und mir meine Gesichtszüge innerhalb von 120 Sekunden entgleisen lassen. Ist unsere romantisierte Darstellung der bedingungslosen Liebe zu Tieren dem geschuldet, das die Kommunikation nicht verbal, wahrscheinlich zu unserem Glück, sondern nur nonverbal abläuft, und diese von uns gern zu unseren Gunsten mit der rosa-roten Brille interpretiert wird.

Was wenn wir zu 100 % der Meinung wären unser Labrador-Mischling ist absolut glücklich Teil unserer Familie zu sein, während Carlo abends im Wohnzimmer davon träumt, wie es wäre eine eigene Hunde-Familie zu haben um frei von Menschen leben zu dürfen? Tiere sind in dieser Art von Beziehung immer abhängig vom Menschen und nie frei in ihrer Entscheidung dieses Leben wählen zu dürfen, das sollten wir immer im Hinterkopf behalten. Den Tieren ein Mindestmaß an artgerechten Leben zu ermöglichen ist interpretationsfähig, dennoch gibt es hierzu zahlreich Lektüre. Nicht minder wichtig ist die emotionale Bindung, hier wäre bei manchen eine Paartherapie angebracht, um die tierischen „Freunde“ vor übergriffigen Haltern/innen sowie deren Neurosen zu schützen, angefangen von veganer Nahrung, Kleidung bis hin zur symbiotischen Paaren ala Mooshammer & Daisy.

Was wäre, wenn mein Kater die Wahlmöglichkeit hätte, ich ihm die Option als Freigänger ermögliche, würde er die Option nutzen, um ein freies Leben zu führen, in der Hoffnung Darwins Erbe wäre in der Realität nicht ganz so grausam, oder würde er nach ein paar Tagen zurückkommen, mit der Erfahrung das Gras auf der anderen Seite sei doch nicht grüner.

Warum verhalten wir uns des Öfteren anders in der Beziehung zu Tieren? Die Erwartungshaltungen sind geringer, die Kommunikation ist auf das wesentliche beschränkt und der Körperkontakt ist konstanter. Als Krönung obendrauf gibt’s oft mehr Toleranz & Vergebungswillen, alles was uns in der Beziehungspflege zu unserer eigenen Spezies auch oft hilfreich wäre.

Bild: Pixabay

Die Lügen der Sieger – Internet nur ein Spiegel unseres Egos – Fake-Bilder,-News,-Life ?

Die Lügen der Sieger – Internet nur ein Spiegel unseres Egos – Fake-Bilder,-News,-Life ?

Das Internet ist jene große Spielwiese für Fakes, ob Bilder, News oder das Zurschaustellen eines geschönten Lebens! Ein Eldorado für Selbstdarsteller jeglicher Art, gepusht vom eigenen Ego! Bearbeitete Bilder werden seit langem für Werbemaßnahmen aller Art verwendet, um die Zielgruppe zu melken, die nicht merkt, dass die Messlatte nie erreichbar sein wird. Jedoch schwappte der Trend auf den persönlichen Bereich über, was macht das mit uns? Die nächste Stufe waren die Fake-News, die sich rasend schnell in den sozialen Medien vermehren, oft bahnen sie sich unbemerkt ihren Weg. Die eigenwillige Selektierung von Wahrnehmung, Wahrheiten und Meinungen lässt sich auf der www-Bühne am besten platzieren, Befürworter finden sich schnell und die Zweifler werden mit gezielter Konfrontation ins Aus manövriert. Schwarz-Weiß Denken ist ein Symptom dieser digitalen Welt, bist Du nicht mein Freund, bist Du mein Feind! Flankiert von der Emotionalisierung des gegenwärtigen Zeitgeistes, der Sachargumente gerne vernebelt.

Das böse Internet? Nein, es dient nur als Plattform für Spielarten unseres Egos, die es schon immer gab und geben wird. Es dient als Spiegel für unser Verhalten, welches im realen Leben durch diverse Grenzen (Gesetze, Moral, Gesellschaft) eingezäunt wird, aber im digitalen Netz bisher kaum vorhanden sind. Kaum ein Mensch ist frei davon, immer authentisch zu leben als auch zu handeln. Ist das Verschweigen von bestimmten Erfahrungen oder Wesenszügen nun faken? Während wir uns in Bewerbungsunterlagen & Vorstellungsgesprächen von unserer Schokoladenseite zeigen, wohlweislich die Gegenseite ebenso, wird die Probezeit dann zum Beziehungs-Check, je authentischer wir uns von Anfang an geben, umso erfreulicher die Zusammenarbeit.

Das Spielfeld ist riesig, von Schummeln & Notlügen unter dem Deckmantel andere nicht verletzen zu wollen, bis hin zur gezielter Irreführung & Betrug finden wir solche Verfehlungen genauso häufig im realen Alltag, meist finden wir uns auch auf beiden Seiten wieder, mal als Ausübende mal als Betroffene. Zurück zu den beliebten „mutigen“ Wahrheiten in Form von Beleidigungen, selektive Wahrnehmungen und Denunziantentum, die gerade in Verbindung mit dem Verschweigen der eigenen Verfehlungen eine gefährliche Mischung ergeben. Auch diese Form der Positionierung gab es jenseits der Datenautobahn schon immer. Auf fruchtbaren Boden fallen solche Bestrebungen in Kommunikationsarmen – und chaotischen Feldern, gepaart mit schwacher Führung, einem Mangel an Selbstreflexion und fehlenden Grenzen. Diese Zustände finden sich in Firmen, Schulen, Vereinen in der Politik, aber auch die eigene Familie ist nicht gefeilt vor solchen desaströsen Grundstrukturen, die oft zu Flächenbränden ungeahnten Ausmaßes führen.

Viele von uns können aus Erfahrung sprechen, von eigenen Schummeleien die sofort von der gehassten Mitschülerin aufgebauscht dem Lehrer „gemeldet“ wurden, bis zum Mobbing in der Firma, in der die Karrieren der jeweiligen Opfer und Täter oft Ihren Höhepunkt finden, die Bandbreite ist groß. Die Gesellschaft spielt in Ihrer jeweiligen Liga das Spiel perfekt, ob konkurrierende Firmen bis hin zur Politik, die gerne im Innen wie Außen solche Methoden anwendet. Es braucht Opfer und Täter für dieses Spiel, das wir seit Jahrtausenden spielen, die Wunden treffen wie Speerspitzen in Körper & Seele, die beide bis zum Exodus führen können.

Dazu kommt noch ein interessanter Aspekt, die Beliebtheit des Täters/in scheint innerhalb der Gruppierung wichtig zu sein, ob Verfehlungen geahndet werden oder nicht. Es ist eben nicht egal, ob die gleiche „Straftat“ in der Familie/Firma/Land vom Lieblingssohn oder eher vom schwarzen Schäfchen begangen wird. Als Vergleich ist  der Steuerbetrug sowohl von Messi als auch von Uli Hoeneß begangen worden, die mediale Auseinandersetzung könnte nicht ungleicher sein, während der Fußballgott & Schwiegermutter Traum Messi fast noch Mitleid bekam, wurde der polarisierende Hr. Hoeneß medial über Monate durchs Dorf getrieben.

Doch zurück zu den „Fakes“ unserer Zeit, die wir oberflächlich betrachtet gerne der jüngeren Generation & dem Internet zuschreiben. Ich drehe mein Erinnerungsrad mal Jahre zurück in ein beschauliches Dorfleben in Bayern. Die Neurosen der heutigen Internetgesellschaft waren dort unter dem Namen der Scheinheiligkeit ebenfalls sehr wirksam, nur nicht in der Masse, es war allenfalls als Intranet verfügbar. Twitter war damals ein „Bankerl“ an dem sich die Waschweiber des Ortes über angebliche Neuigkeiten austauschten. Tinder war temporär bei Feuerwehrfesten, Fasching und sonstigen Vereinsfeierlichkeiten zu finden, die Tinderfähigkeit stieg mit dem Alkoholpegel. Für die News waren sorgsame Nachbarn verantwortlich, die in einer auch für damalige Zeiten rasanten Geschwindigkeit eine harmlose Fete unter Jugendlichen innerhalb von 12 Stunden zu einer Orgie mit schwarzer Messe formten, welches durch das Dorf-Intranet sofort jedem zugänglich war. Der Informationsfluss begann Sonntag früh in der Kirche, schwappte über den Stammtisch im Wirtshaus und fand den Höhepunkt mit der Schnappatmung der betroffenen Mütter um 14 Uhr am Kaffeetisch.

Egal ob im Netz oder im realen Leben, die Kombination zwischen gesundem Menschenverstand & innerer Stimme und der Frage wer am meisten von der jeweiligen Information profitiert, sorgt schnell für die gewünschte Klarheit oder zumindest für das Läuten der inneren Alarmglocken.

Bild: Pixabay  – Fake

 

 

 

Die Kraft & Macht der Musik – Musikglobulis für die Seelenapotheke

Die Kraft & Macht der Musik – Musikglobulis für die Seelenapotheke

Die Macht, die Musik über uns ausüben kann, ist uns oft nicht wirklich bewusst. Schade eigentlich, es würde uns das Leben erleichtern. Sie hilft in allen Lebenslagen, sie inspiriert, tröstet, beruhigt und vitalisiert, je nach Bedarf. Musik ist ein großer Heiler ohne Nebenwirkungen, ein Medikament das innerhalb von Sekunden wirkt.

Die Töne docken direkt an unsere Gefühlsrezeptoren an, verstärken Sie oder bringen die innere stürmische See wieder in Einklang. Ein Lied kann Sie nach langer Abstinenz, innerhalb von Sekunden in einen Gefühlszustand einstiger Jugendzeiten bringen, wenn Sie Glück haben, fühlen Sie sich Jahre jünger, das Strahlen Ihrer Augen lässt die Falten vergessen, sie tanzen wie in alten Zeiten im Gegenzug dafür sind die Rückenschmerzen für kurze Zeit passe.

Wie ein Teenager hatte ich mich gefühlt, endlich meinen Jugendtraum auf der Bühne zu sehen, Slash live, stand schon seit 23 Jahren auf meiner To-do-Liste! Blöd nur das ich es damals versäumt hatte, auf ein Guns n’ Roses Konzert zu gehen, die Band trennte sich. Dann vor 4 Jahren erschien mir Slash während einer Meditation, ein wenig rühmlicher Versuch meine Lebenskrise mit einem Selbstfindungsmarathon zu beheben.

Während des Konzerts sprang ich wie ein kleines Duracell-Häschen wild durch die Gegend, ein Bierchen in der einen Hand und im Rausch der Gefühle kurz davor eine Zigarette zu schnorren, wohlgemerkt als Nichtraucherin. 2 Tage Dauergrinsen waren die Folge, incl. eines rauen Halses vom falschen Mitsingen sowie gefühlten 10 kg weniger an Gewicht & Lebensjahren. Wahnsinn, oder ? Hatte ich doch schon jahrelang mein Büßerhemd eines vorbildlichen Lebens angezogen. Weder gesunde Ernährung, viel Schlaf, kaum Alkohol noch ausgewogener Sport hat mir nie dieses Gefühl innerhalb von Minuten gezaubert. Als Nebenwirkung war mir vor allem der Spaß & Leichtigkeit vermehrt abhandengekommen.

Eine verrückte Idee machte sich in mir breit, eine eigene Globuli Kollektion, wohlgemerkt aus Songs, die mein Leben bisher beeinflusst hatten. Somit war die Musik-Globuli-Top 100 gegründet. Für jede Lebens- und Gefühlslage gab es einen Titel. Sortiert waren die Titel nach Stimmungen, egal ob traurig, lustig, glücklich, nachdenklich, melancholisch oder sehnsüchtig. Perfekte Lösung um meine Gefühle zu verstärken, abzumildern oder auszugleichen, je nach Bedarf. Beispiel gefällig ?

Wut ist eines der Gefühle, die ich seit meiner Kindheit nie zeigen durfte oder ausleben, was langfristig relativ ungesund war. Gründe um wütend zu sein gab es leider ohne Ende, zusammen mit dem Hormon-Cocktail meiner Pubertät, fühlte ich mich zu der Zeit eher wie ein Vulkan. Intuitiv hab ich damals schon mit Klangglobulis gearbeitet ohne es zu merken. Es gab 3 Bands die mich immer wieder geerdet haben. Metallica, STS und U2, und auch genau in dieser Reihenfolge. Metallica war da um die Wut erstmal zu kanalisieren, mit jedem Song wurde sie weniger. Mit STS kam die Phase 2 meist mit Traurigkeit & Weltschmerz, die gleitend in Phase 3 Hoffnung & Freiheit mit U2 überging. Ein Dreigänge Menü welches mir jahrelang das Leben erträglich machte, die Rettung für mich und meine Mitmenschen.

Was wäre die Welt ohne Musik, was wäre der Mensch ohne Musik? Sie begleitet uns mal leiser mal lauter durch unser Leben. Sie ist Balsam für die Seele, jeder Moment unseres Lebens kann durch einen Song gespiegelt werden, jede Höhe, jede Tiefe kann sich darin wiederfinden.

Ist es Zufall das Musik oft in der Pubertät eine wichtige Rolle spielt, prägend für uns und unser Weltbild wird? In dieser Phase unseres Lebens entwickeln wir unseren Musikgeschmack, starten die ersten aktiven Bandversuche oder erleben prägende Festival- oder Konzertbesuche. Wir tanzen uns den Frust von der Seele. Gerade in Zeiten in denen die Gefühle oft intensiv & meist noch ineinander verwoben sind, hilft uns Musik die intensiven Erfahrungen dieser Zeit zu verarbeiten, ohne sich selbst mit Worten erklären zu müssen.

Die Kraft dieser hilfreichen Töne kann uns lebenslang dienen, gerade in Lebensphasen die mit Stress verbunden sind, wirken Sie schnell und effizient. Als Gesundbrunnen wäre wohl eine Diskothek genauso wirksam wie manche Yogastunde. Egal ob passiver oder aktiver Musikgenuss, von Volksmusik bis Heavy-Metal, Musik ist ein Jungbrunnen. Erweitern Sie ihre Hausapotheke um die Musikglobulis, gerne als Reisevariante….Walking on Sunshine wirkt auch beim Joggen im Regen oder bei nervigen Kollegen & Nachbarn.

Foto: Pixabay

Maoam-Syndrom – Bist Du betroffen?

Maoam-Syndrom – Bist Du betroffen?

Dieser legendäre Werbespot für jene „Zuckerwaffe“ passte hervorragend in mein Lebensgefühl Anfang der Neunziger. Inmitten meiner Pubertät, in der ich mehrheitlich mit der eigenen Revolution beschäftigt war, bestimmte das Maoam-Syndrom mein Handeln. Die einzelnen Symptome die sich dahinter verbergen, sind individuell gewichtet, die wichtigsten erkennbaren sind: 1. Wir sind dagegen 2. Wir wissen genau, was wir nicht wollen. 3. Wir sehen nur was wir wollen 4. Schuld sind die anderen 5. Gegen die Unzufriedenheit lassen wir uns gerne betäuben (Konsum & Drogen aller Art, etc.)

Jedoch war bei mir der oberste Grundsatz, der Widerstand, gegen alles was um mich herum geschah. Im Detail war es die Kirche, die CSU und die „scheinheilige & spießige“ Familie & Nachbarschaft. Überlebt haben es Gott sei Dank alle, mit mehr oder minder Narben aus dieser Zeit. Jetzt könnte man diese 2. Trotzphase mit der Botschaft „ist nun mal wichtig zur Selbstfindung“ betiteln und abhaken, aber mich beschleicht das Gefühl das „Maoam-Gefühl“ breitet sich in unserer Gesellschaft wieder vermehrt aus, hat es mich auch wieder erwischt?

Während der Sturm-und-Drang-Zeit kann man solche Denkwirrungen noch vertreten, aber auch Mitte der Zwanziger war ich noch der Meinung, ein Anti-Atomkraft-Aufkleber würde uns weiterbringen. Wer sein Ziel und sich selbst nicht kennt, kann nicht ankommen! Dieser Satz war mein neues Mantra und Schwupps musste ich aufpassen, dass ich mit 30 nicht völlig stur auf meiner Zieleautobahn wie eine Wahnsinnige von einem Ziel zum nächsten steuerte, die Leistungsgesellschaft lässt grüßen. Zwei extreme Pole, zwischen denen ich gependelt bin, die Frage ist nur, verweile ich jetzt stets in der Mitte?

Zurück in die Gegenwart, woher kommt mein Verdacht das wir unser „Wir sind dagegen, finde ich doof, ist völlig falsch“ in alle (Medien)Kanäle zu möglichst vielen Themen schleudern? Egal ob in der Mittagspause im Kollegenkreis oder ein Abend mit Freunden, die Vielzahl von Themen die wir in einer Stunde abhandeln, in der man weltmännisch innerhalb von Minuten vom Fachmann für erneuerbare Energien zum Russland-Sonderbotschafter wird und ohne mit der Wimper zu zucken, 5 Minuten später zum Experten für Evolutionspsychologie mutiert, lässt mich vermuten, das Ego gepaart mit Dr. Google ist die heimliche Macht.

Wir gackern, mosern, twittern, liken & werten um die Wette, was früher den vergrämten „Dorftratschen“ zugeschrieben wurde, deren Erkenntnisse man selbst meist mit einem Kopfschütteln überhörte,  oder war man selbst bei guter Laune fütterte man diese Klientel mit noch groteskeren Informationen, um sich später darüber zu amüsieren. Der Unterschied zu heute, es war ein geringer Anteil in der Bevölkerung aber noch wichtiger jeder wusste die „Damen und Herren“ dieser Zunft einzuschätzen, was wäre wohl passiert hätte es damals schon WhatsApp & Facebook gegeben ?

Was würden wir tun, hätten wir Putin oder Trump oder unsere „Mutti“ mal als Gegenüber beim Kaffeeklatsch sitzen, würden wir uns trauen genau den Wortlaut zu wählen, denn wir im Alltag so vor uns hinausposaunen, in den sozialen Kommentaren oder auch im Gespräch mit Freunden ? Es ist doch eigentlich wahnsinnig über Menschen zu urteilen die man persönlich noch nie kennengelernt hat, über Länder die wir noch nie bereist (ich spreche nicht von Urlaub) haben und Themen zu „experten“ die wir nur via einer Kurzzusammenfassung von Wikipedia kennen. Je mehr wir uns mit Problemen beschäftigen die wir nicht ändern können, umso ohnmächtiger & unzufriedener fühlen wir uns.

Ab morgen werde ich sorgsam auf mich achten und ein Auge auf mein in mir wohnendes gackerndes Teilzeithuhn werfen, das seine Meinung wild in alle Richtungen wirft und zur Hysterie neigt. Ich werde einen Hausputz im Kopf halten, der zuständig ist für die Verarbeitung & Speicherung von Informationen, die Medienflut weiter eindämmen und mir mal mutig gönnen, keine Meinung zu haben! Dafür erhoffe ich mir Klarheit im Denken und mehr Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens, vor allem für jene schönen Momente aber auch Hürden die ich aktiv erleben oder ggf. meistern werde, das bringt Zufriedenheit.

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