Mehr Natur – mehr Sinn! Mehr Natürlichkeit – mehr Sinn-lichkeit?

Mehr Natur – mehr Sinn! Mehr Natürlichkeit – mehr Sinn-lichkeit?

Teil 1: Mehr Natürlichkeit – mehr Sinn-lichkeit?

Die Suche nach dem Heiligen Gral ist aktueller denn je, zwei Schlagwörter der Medien-Top-10 laufen ihm den Rang ab. Authentizität und Empathie sind verschwunden, oder? Inflationär gebraucht, bzw. täglich vorgebetet, wird die beiden Ausreißer nicht in unsere Persönlichkeit zurück beamen. Warum, nur? Ein Zitat von Kolping bringt Licht ins Dunkle: „Tätige Liebe heilt alle Wunden, bloße Worte mehren den Schmerz“!

Liegt es nicht in der Natur des Menschen diese Qualitäten zu leben, jenseits von Grenzen oder kultureller Ausprägung. Gehört es nicht in die Grundausstattung der Menschenkinder? Jawohl, davon bin ich überzeugt, nur ist der Zugang bei manchen Zeitgenossen verschüttet. Je mehr wir unserer Natür-lichkeit Raum geben, desto mehr ernten wir Sinn-lichkeit, im doppelten Sinne! Das sind die Grundvoraussetzungen, um wieder menschlicher (mehr Authentizität und Empathie) zu leben!

Bist Du Naturfreund oder Natur-Benutzer?

Der Mensch ist in das Ökosystem der Erde eingebunden, nicht anders herum. Wir sind nicht Mittelpunkt des Systems, wir sind Teil davon. Unser Planet hilft uns dabei, die eigene Menschlichkeit zu beleben. Er kitzelt alle 12 Sinne (u. a. Tastsinn, Sehsinn, Hörsinn, Geruchssinn etc.) auf einmal und wir erleben durch die Be-ziehung und Bewegung in der Natur, Sinnhaftigkeit. Die Natur zwingt uns zu mehr authentischem Verhalten, Akzeptanz der Realität und zeigt klar Grenzen auf! Sie gibt den Takt vor, ein weiser Mensch lernt, diesen zu verstehen!

Die Natur als Heiler & Lehrer

Sie fordert & fördert uns, beruhigt Geist und Seele. Heilsam wirkt sie auf uns, durch die Bewegung in der Natur synchronisieren beide Gehirnhälften, der Organismus erhält mehr Sauerstoff und die Gefühle werden automatisch balanciert. Egal welche Emotion hochkocht, ein Aufenthalt in der Landschaft sorgt für Ausgleich. Unser Koordinatensystem der Sinne wird angesprochen, ob Tastsinn, Gleichgewichtssinn oder der Bewegungssinn, alle sind gefordert! Der Wärme-, Seh-, Geschmackssinn und Geruchssinn trainieren in der Natur! Die Jahreszeiten dienen gerne als Vorbild für unseren Energiehaushalt, vom Frühjahr (Ideen) über den Sommer (praktische Umsetzung) zum Herbst (Ernte) bis zur Regeneration (Winter) folgen wir diesen Rhythmus, funktioniert auch als 24-Stunden-Kreislauf! Die Natur liefert gratis eine Hausapotheke, somit dürfen wir uns gerne erkenntlich zeigen!

Der Mensch ist Teil der Natur – konkurriert aber mit der Technik – ein Spiel von Hase und Igel!

Was aber verschüttet uns den Zugang zu den 2 Top-Qualitäten des Menschen? Tauschen wir die Wörter Authentizität und Empathie gegen Natürlichkeit, wird es klarer! Seit ca. zwei Jahrzehnten haben wir den beruflichen Leistungsdruck (Konkurrenz, Effizienz, Perfektion etc.) auf das Privatleben ausgeweitet und schaden uns selbst. Wir konkurrieren immer mehr mit der digitalen Welt bzw. dem Computer. Wir streben nach Perfektion, Effektivität und sofortiger Erfüllung unserer Bedürfnisse in Beziehungen und im privaten Alltag! Die Medien, egal ob Fernsehen oder Internet bespielen uns mit Formaten, in der Menschlichkeit kaum zu finden ist, weder äußerlich noch innerlich. Sendungen, die den Konkurrenzdruck und Jeder-gegen-Jeden befeuern (Koch-, Back- bis Spielshows). Menschen die immer unnatürlicher wirken & agieren, werden wie Zootiere (Big Brother, Gesangswettbewerbe etc.) vorgeführt. Wir streben danach uns so effizient wie ein PC zu benehmen, und wenn nötig werden Ersatzteile einfach implementiert, der Gang zum Schönheitschirurgen scheint so normal wie der Besuch des Supermarktes. Wir erwarten, dass unsere Beziehungen funktionieren wie ein Smartphone, notfalls gibt es nach ein paar Jahren ein ähnliches, aber neues Modell oder wir „leasen“ gleich Freundschaft+. So eine richtige Partnerschaft ist unrentabel, zur Not ein Haustier, das funktioniert wunderbar, die Kosten halten sich in Grenzen und es widerspricht nicht! Zu guter Letzt setzen wir uns selbst außer „Funktion“ – dieser eingepflanzte Perfektionismus schadet der Gesundheit und dem Umfeld! Die Seele weint!

Tag für Tag ein Stück Natürlichkeit, bringt uns wieder zur Klarheit, Freude und Menschlichkeit.

Mehr Natürlichkeit – mehr Sinn-lichkeit, innere Strahlkraft!

Der Kinofilm „A Star is Born“ mit Lady Gaga ist ein anschauliches Beispiel dafür, das Natürlichkeit die Künstlichkeit um Längen schlägt. Ohne die schrillen Outfits & Make-up war Lady Gaga auf den ersten Blick kaum zu erkennen! In diesem Film bezauberte sie mit einer natürlichen Schönheit – Anziehungskraft, die mit ihren sonstigen Aufmachungen nie erreicht wird! Ihre Augen, die Gesichtszüge sprechen eine eigene Sprache, die keine weiteren „Verunstaltungen“ benötigen. Sie strahlt von innen – ein Film, der genau deswegen berührt?

Bild: Canva

Die zauberhaften Hände – Klavierspieler des Immunsystems!

Die zauberhaften Hände – Klavierspieler des Immunsystems!

Die zauberhaften Hände – Klavierspieler des Immunsystems!

Sie sind wahre Künstler, die Wunder vollbringen. Wo Argumente versickern, bringt eine reichende Hand Frieden. Eine liebevolle Berührung löst Glücksgefühle aus, beim Nehmer und Geber im besten Fall. Finger sind die Stifte der Kreativen, die Gefühle in Musikinstrumente befördern, mit dem Pinsel die Leinwand einkleiden und die Poesie mit Buchstaben füllen. Heilende Hände haben jene, die ein liebevolles Herz besitzen. Eine kluge Hand nimmt rechtzeitig Hilfe an. Für die Balance zwischen Geben und Nehmen sind wir mit zwei Händen gesegnet. Sie sorgen für Entspannung und Anspannung zugleich, die Berührung der Haut sorgt für Wohlbefinden. Im Notfall agieren die Hände als Werkzeuge zum Ab-wehren.

Hast Du deinen Händen jemals einen Preis ausgehändigt, für die Wundertaten, welche sie vollbringen? Wie ausgelastet sind die Hände? Sind sie in Balance zwischen Geben und Nehmen? Schöpfst Du das Potenzial dieser fingerfertigen Mitarbeiter aus? Wie liebevoll pflegst Du sie und wie achtsam massieren diese Hände die restlichen Körperteile? Kinder reagieren intuitiv auf kleinere Blessuren. Sobald das Knie mal wieder eine Schramme erleidet, fließen Tränen der Entlastung und die Hand folgt automatisch der Schmerzstelle um Erste Hilfe zu leisten. Berührung heilt und löst Selbstheilungskräfte aus.

Befrage doch mal deine Hände, ob sie mit der Gesamtsituation zufrieden sind? Wie sieht ihr Arbeitsvertrag aus, wie abwechslungsreich gestaltet sich ihr Arbeitstag? Gibt es genug Erhol- und Wellnesstage und Raum für kreatives Gestalten? Dein Tastsinn beschäftigt gut 17.000 Nervenmitarbeiter, die dich rund um die Uhr unterstützen, gerade beim Denken! Die Hände helfen gerne, dem Praktiker in uns mit dem Theoretiker (Denken) in Verbindung zu treten!

Die Kraft und Macht der Musik – Musikglobulis für die Seelenapotheke

Die Kraft und Macht der Musik – Musikglobulis für die Seelenapotheke

Die Wirkung die Musik in uns auslöst, bleibt oft unbemerkt. Schade es würde das Leben erleichtern. Sie hilft in allen Lebenslagen, sie inspiriert, tröstet, beruhigt und vitalisiert, je nach Bedarf. Musik ist ein großer Heiler ohne Nebenwirkungen, ein Medikament, das innerhalb von Sekunden wirkt.

Die Töne docken direkt an unsere Gefühlsrezeptoren an, verstärken sie oder bringen die innere stürmische See wieder in Einklang. Ein Lied katapultiert Sie nach langer Abstinenz, innerhalb von Sekunden in einen Gefühlszustand einstiger Jugendzeiten. Wenn Sie Glück haben, fühlen Sie sich Jahre jünger, das Strahlen Ihrer Augen lässt die Falten vergessen. Sie tanzen wie damals, im Gegenzug dafür sind die Rückenschmerzen für kurze Zeit passe.

Wie ein Teenager hatte ich mich gefühlt, endlich einen Jugendtraum auf der Bühne zu sehen, Slash live, stand schon seit 23 Jahren auf meiner To-do-Liste! Blöd nur das ich es damals versäumt hatte, auf ein Guns n’ Roses Konzert zu pilgern, die Band trennte sich. Dieses Versäumnis ploppte absurderweise während einer Meditation auf, in der mir höchstpersönlich Slash vors geistige Auge lief, ein wenig rühmlicher Versuch meine Lebenskrise mit einem Selbstfindungsmarathon zu beheben.

Im Laufe des Konzerts sprang ich wie ein kleiner Duracell Hase wild durch die Gegend, ein Bierchen in der einen Hand und im Rausch der Gefühle kurz davor eine Zigarette zu schnorren, wohlgemerkt als Nichtraucherin. 2 Tage Dauergrinsen waren die Folge, incl. eines rauen Halses vom falschen Mitsingen sowie gefühlten 10 kg weniger an Gewicht & Lebensjahren. Wahnsinn, oder? Hatte ich doch schon jahrelang mein Büßerhemd eines vorbildlichen Lebens angezogen. Weder gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf, kaum Alkohol noch ausgewogener Sport hat mir dieses Gefühl innerhalb von Minuten gezaubert. Als Nebenwirkung war mir vor allem der Spaß & Leichtigkeit vermehrt abhandengekommen, die Dosis macht das Gift!

Eine verrückte Idee breitete sich in mir aus, eine eigene Globuli Kollektion aus Titeln, die mein Dasein bisher beeinflusst hatten. Somit war die Musik-Globuli-Top100 gegründet. Für jede Lebens- und Gefühlslage gab es einen Titel. Sortiert waren die Songs gem. Stimmung, egal ob traurig, lustig, glücklich, nachdenklich, melancholisch bis sehnsüchtig. Eine perfekte Lösung, um meine Emotionen zu verstärken, abzumildern oder auszugleichen, je nach Bedarf.

Wut ist eines der Gefühle, die ich seit der Kindheit stets unterdrücken musste, was langfristig relativ ungesund war. Gründe um wütend zu sein gab es leider zahlreich, zusammen mit dem Hormon-Cocktail meiner Pubertät, fühlte ich mich zu der Zeit eher wie ein Vulkan. Intuitiv arbeitete ich damals bereits mit Klangglobulis, ohne es zu merken. Es gab 3 Bands, die mich immer wieder geerdet haben. Metallica, STS und U2, genau in dieser Reihenfolge. Metallica war da, um die Wut erstmal zu kanalisieren, mit jedem Song wurde sie weniger. STS läutete die Phase 2 ein, Traurigkeit & Weltschmerz, die gleitend in Phase 3 Hoffnung & Freiheit mit U2 überging. Ein Dreigänge-Menü welches mir jahrelang das Leben erträglich gestaltete, die Rettung für mich und meine Mitmenschen.

Was wäre die Welt ohne Musik, was wäre der Mensch ohne Musik? Sie begleitet uns mal leise mal laut durch den Alltag. Sie ist Balsam für die Seele, jeder Moment unseres Lebens lässt sich durch einen Song spiegeln, jede Höhe, jede Tiefe findet sich wider.

Ist es Zufall, dass Musik oft in der Pubertät eine wichtige Rolle spielt, bzw. uns und unser Weltbild prägt? In dieser Phase des Lebens entwickeln wir Musikgeschmack, gründen erste Bands bzw. erleben prägende Festival- oder Konzertbesuche. Wir tanzen uns den Frust von der Seele. Gerade in Zeiten, in denen die Gefühle oft lodernd und zum Wollknäuel verwoben sind, hilft uns Musik, die intensiven Erfahrungen dieser Ära zu verarbeiten, ohne sich selbst mit Worten zu erklären.

Die immense Kraft dieser hilfreichen Töne, dient uns lebenslang, gerade in Lebensphasen, die mit Stress verbunden sind, wirken sie schnell und effizient. Als Gesundbrunnen ist ein Besuch eines Festivals bzw. eine Diskothek genauso wirksam wie manche Yogastunde. Egal ob passiver oder aktiver Musikgenuss, von Volksmusik bis Heavy Metal, Musik ist ein Jungbrunnen. Erweitern Sie ihre Hausapotheke um die Musikglobulis, gerne als Reisevariante, z.B. Walking on Sunshine wirkt ebenso beim Joggen im Regen oder bei nervigen Kollegen & Nachbarn.

Edgar & Erwin – Der Angriff auf den inneren Schweinehund

Ich habe schwierige Wochen hinter mir, der Januar ist der übelste Monat für mich und Jahr für Jahr graut mir davor. Vor allem weil der Übergang so schwierig ist, im Dezember ist die Welt noch in Ordnung, oft sogar der schönste Monat. Ich trinke und esse nach Herzenslust, lasse es mir gut gehen, entspanne auf dem Sofa, hurra, Weihnachten wird jedes Jahr besser. Es gibt haufenweise Essen sowie Geschenke, dieses Jahr alle zu 100 % per Knopfdruck bestellt, ganz nach meinem Geschmack.

Aber dann, pünktlich zum 1. Januar habe ich mein „Zielvereinbarungsgespräch“, ein listiger Versuch meines Chefs. Immer der gleiche Ablauf. Zuerst kommt ein Katalog mit Verfehlungen, ich wäre zu bequem, unsportlich, zu viel Essen, Alkohol, etc., wohl eher Leviten lesen. Was aber 10 Monate keinen stört, wird nun angeblich zur Gefahr für Leib & Leben, bzw. ab sofort rigoros verboten.

Ich kenne diese Art von Gesprächen, die mich immer wieder heimsuchen, ich lasse sie über mich ergehen, denn meist ist der Spuk nach 4 Wochen vorbei. Der Februar ist schon wieder recht lustig, ich darf Krapfen essen, nach Herzenslust trinken ohne Ende, bis dieser blöde Aschermittwoch mir wieder einen Strich durch die Rechnung macht. Dann sind wir urplötzlich christlich, fasten bis Ostern ist dann Pflicht. Aber mein Durchhaltevermögen ist immens, Ohren auf Durchzug und mit meiner JETZT-ERST-RECHT-Mentalität gewinne ich meistens diese seltsamen Angriffe auf mich. Ab April bin ich wieder der Chef im Haus, kann endlich wieder das tun, was ich will und erhole mich das restliche Jahr von diesem Stress.

Ich habe schon überlegt, ob ich eine Selbsthilfegruppe gründe, mein Chef ist ja wirklich ein sonderbares Exemplar. Wenn er mich nicht hätte, wäre er sowieso schon Workaholic, ich kümmere mich exklusiv um seinen Gemütszustand. Auch seine radikalen und einsamen Entscheidungen, die er trifft, ohne mich auch nur einmal zu fragen, was ich davon halte, nerven ohne Ende. Verbote über Verbote, zuerst macht Schokolade glücklich, aber aus heiterem Himmel am 01. Januar würde uns angeblich schon ein kleines Stückchen fast umbringen. Von April bis Dezember kümmert er sich überhaupt nicht um mich, urplötzlich kommen aus dem Nichts Vorhaltungen, an was ich doch alles schuld, wäre. Er ignoriert doch seinen Stress und die unguten Gefühle, wer muss denn hier für Entspannung & Glückshormone sorgen, das ist ein Knochenjob und ich will ihm ja nur eine Freude machen.

Er ist aber auch sowas von stur, nie hat er wirklich Zeit für mich, z.B.:
Ich weiß ja nie wann ich wirklich was Anständiges zu Essen bekomme, da muss ich ja gucken, wo ich bleibe. Würde ER regelmäßig kochen, müsste ich keine Angst mehr haben zu verhungern, und könnte eventuell darüber nachdenken, mein 2. Frühstück die geliebte Mohnschnecke, die so gut zum Cappuccino passt, aber auch, dass E-Mail lesen immens erleichtert, zu canceln.

Ok ich gebe zu, manchmal neige ich auch zu Übertreibungen, wir haben uns schon besser verstanden. Aber ihn dauerhaft zu ignorieren wird mir auch nicht weiterhelfen. Vielleicht ist der Urlaub eine gute Idee um mal mit Ihm zu reden, vorausgesetzt wir finden ein Ziel, das uns beiden gefällt. So ein schöner All-inclusive-Urlaub wo ich mich nicht viel bewegen muss, ein schöner Traum! Oder bin ich schon im Delirium? Komme mir seit Tagen schon wieder vor, als wäre ich im Vollzug (Wasser & Brot). Da bekomme ich schlechte Laune, was sofort Stress erzeugt, das geschieht ihm Recht!! Damit setze ich Ihn unter Druck, bald gibt’s das alte schöne Leben zurück.

FORTSETZUNG FOLGT: EDGAR & ERWIN BEIM MEDIATOR

Edgar & Egor – der Konsumgeier: Warum zu viel Konsum träge, unzufrieden und abhängig macht !

Der Konsumgeier schleicht sich in unser Leben ein, leise meist unbemerkt übernimmt er das Ruder, um uns zu kleinen Marionetten zu formen. Er redet uns ein, er könne uns glücklich machen, schnell und unkompliziert. Er ist zur Stelle, wenn wir traurig sind, um uns mit ein paar neuen Schuhen oder Klamotten zu trösten. Er ist da, wenn wir uns im Kollegenkreis über die neuen Fahrrad Trails unterhalten, sie sich natürlich nur mit Mountainbikes von mehreren Tausend Euros bewerkstelligen lassen.

Er ist da, wenn wir von der Nachbarin zu einem „Themenabend“ eingeladen werden, um ihren Vortrag über die neue ach so tolle Kaffeemaschine zu lauschen, die ja nur knapp 1.000 Euro gekostet hat. Oder der Thermomix der uns vorgaukelt wir wären die perfekte Köchin, für 1.200 Euro geradezu ein Haushaltschnäppchen. Der Konsumgeier kommt angeflogen, um uns leise ins Ohr zu flüstern, das wir doch alle 2-3 Jahre ein neues Auto benötigen, nur um die Umwelt zu schonen und weniger Sprit zu verbrauchen.

Auch verbrüdert er sich mit dem inneren Schweinehund, flüstert ihm ein doch alle Geschenke für Weihnachten online per Knopfdruck zu bestellen, in 20 Minuten ist alles erledigt ! Wer kocht heutzutage noch, Fertiggerichte machen satt und sparen Zeit, usw. Er ist ein Werbeprofi, der unsere Schwächen ausnutzt um uns mit kleinen trojanischen Botschaften gezielt zu Konsumabhängigen zu machen. Dazugehören und akzeptiert werden will jeder, dies nutzt Egor gnadenlos aus. Sie werden sagen, egal solange ich es mir leisten kann, ist es doch ok.

Es fällt uns nicht auf, dass wir Sachen „konsumieren“ die wir nicht wirklich brauchen. Oft ist ein Umzug der erste kleine „Schock“, an dem uns wirklich bewusst wird, was wir über Jahre gehamstert haben! Aber wie lange hat die Freude daran angehalten, ein paar Minuten, Tage oder Wochen? Das Gefährliche an diesem zu viel an „Konsum“ sind die langfristigen Nebenwirkungen, die sich in uns ausbreiten und wie eine Epidemie auf unsere Umgebung übergreifen können.

Es schwächt unsere Kreativität, die Schaffenskraft die wie ein Motor für den Sinn des Lebens steht. Es ist diese unbändige Freude die uns erfüllt und stolz macht, wenn wir selbst etwas erschaffen. Ob es in kleinem die selbstgemachte Torte, der Garten oder ein selbst restauriertes Auto ist. Es kann die eigene Musikband sein oder der Beruf, in dem wir anderen mit unseren Werken Freude bereiten, es erfüllt uns mit Freude und Sinnhaftigkeit. Eine gute Balance zwischen selbst herstellen und Dienstleistungen in Anspruch nehmen, ist wichtig.

Auch die Wertschätzung für die Herstellung der „Ware“ die wir konsumieren, sinkt und wird als selbstverständlich erachtet. Wer gerne und öfters selbst kocht, der wird auch bei einem Restaurantbesuch das Essen anders wahrnehmen, schätzen und genießen. Wer nicht kochen kann oder möchte, den Fertiggerichten den Vorzug gibt, wird somit selbst nie erfahren wie lange es dauert, bis ein Gericht auf den Tisch kommt, welche Fähigkeiten bzw. Kreativität von Nöten sind. Dadurch wird man einem Koch und dessen Gericht weniger Wertschätzung entgegenbringen.

Der Konsum zehrt an der Geduld gegenüber uns selbst und unserer Umwelt. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, je mehr wir konsumieren ohne selbst etwas dafür zu tun, außer bezahlen, der wird automatisch immer ungeduldiger. Ein Knopfdruck, und das neue Buch liegt am nächsten Tag auf dem Schreibtisch, es interessiert nicht, was alles hinter diesem Knopfdruck steckt. Hauptsache wir bekommen es schnell als auch so einfach wie möglich geliefert ! Davon möchten wir mehr, am besten in allen Bereichen unseres Lebens.

Wo hat sich der Konsum bei Ihnen zu sehr ausgebreitet? Wo im Alltag nimmt er überhand? Es betrifft nicht nur „Dinge“, auch in Beziehungen kann man zu viel konsumieren. Wo beeinflusst er auch unser Umfeld, oder setzt dieses unbewusst unter Druck.