Seele auf Jobsuche?

Seele auf Jobsuche?

Unsichtbar aber dennoch machtvoll wirkt sie in unserem Leben, die Seele! Von Geburt an ist sie als innere Strahlkraft mit an Bord! Sie drückt sich durch Kreativität, Phantasie, Neugier und Freude aus. Sie unterstützt die Gefühle beim Ausdruck und Lernen! Die Suche nach dem Sinn des Lebens stellt sich erst, sobald die Wolken des Schicksals die innere Sonne verdunkeln!

Im Laufe des Erwachsenwerdens wirkt unser Umfeld auf die Seele ein, im Positiven wie im Negativen. Je liebevoller die Lebensumgebung ist, umso mehr Unterstützung erhalten wir – der kleine Mensch strahlt Lebensfreude aus in allen Facetten. Dazu gehören ebenso unangenehme Gefühlswolken wie Angst und Wut, die werden erfahren und erlebt, ein wichtiger Lernprozess. Je destruktiver unser Familiensystem ist, umso mehr leidet die Seele und zieht sich aus Furcht vor Sanktionen zurück.

Ein Nebenbuhler der Neuzeit wird vom Ego angeheuert! Sobald sich das Ego in der Chefetage einnistet und die Zielvorgabe Outsourcing, Perfektionismus, Effizienz und Ungeduld ausgibt, wird der Technik als Konkurrent der inneren Sonne Tür und Tor geöffnet.

Die Seele lebt davon sich auszuprobieren, ihre Gewürze der Kreativität, Phantasie, Neugier und Freude in den Alltag zu streuen, als Dividende stellen sich Sinnhaftigkeit und Zufriedenheit ein. Es muss nicht zwingend der Beruf sein, in der Freizeit wäre genug Platz, um die Seele zu spüren, aktiv und passiv!

Getrieben vom Hamsterrad, gesponsert von Medien & Konzernen und Ego-Mitmenschen, setzen wir uns selbst unter Perfektionsdrang. Anstatt mit allen Sinnen zu kochen, wird so viel wie möglich automatisiert und outgesourct, zulasten der Seele. Gekocht wird gem. Zuchtmeister streng nach Rezept, Kalorientabelle mit Thermomix und allerlei Gerätschaften des Egos. Berühren der Lebensmittel ist verpönt, Phantasie, Kreativität und Sinn-lichkeit verboten! Wichtiger ist die sündhaft teure Küchenmaschine, den Messerblock und die fertigen Fotos des Menüs zu posten!

Dieses Beispiel zeigt deutlich, es wird ohne Seele gekocht, dafür das Ego poliert. Es lässt sich auf alles im Alltag und Leben übertragen! Ob beruflicher Kollegenterror, gefördert von der Chefetage, um jegliches Gemeinschaftsgefühl zu unterdrücken, Fitness- und Modewahn, extreme Sexvarianten, Urlaubsorte, bis zum Nachwuchs, der Opfer der eigenen Mein-Haus-mein-Boot Spiele der Eltern wird, es pusht das Ego, die Seele leidet!

Wir Menschen besitzen ein feines Gespür für die Seele, ob aktiv oder passiv. In der Musik dockt ein Song direkt an die Gefühlsebene an, sobald er mit Liebe und Authentizität geschaffen wurde. Jene Personen die verbunden sind mit ihrer Intuition verfügen über einen siebten Sinn für wahre Musik jenseits von Casting & Werbeindustrie, Copy-and-paste Marionetten haben wenig Chance!

Die Seele will und darf nicht ausgelagert werden im Alltag. Sie möchte mitwirken beim Arbeiten, Kochen, Wandern, Sport, Spielen, Ent-spannen oder Sex! Sobald wir mehr Zeit mit sozialen Medien bzw. Geräten (z. B. Smartphone, Thermomix, Alexa, Apps) oder kopieren von Vorbildern verbringen als mit uns selbst und den Mitmenschen, ist es ratsam, die Seele wieder vom 450-Euro Job in die Vollzeitstelle zu versetzen!

Kinder sind sehr gute Lehrmeister für die Vollbeschäftigung der Seele im Alltag, vorausgesetzt sie wachsen in einem gesunden Umfeld auf. Überall wo Kreativität, Phantasie, Neugier und Freude und alle Sinne arbeiten dürfen, erhalten wir Zuwachs im Seelenhaus. Die Natur ist ein heilsamer Arzt, um wieder Platz zu schaffen, für mehr Sinnlichkeit und Menschlichkeit in uns, sobald der innere Roboter überhandnimmt. Dies gilt ebenso für die Hingabe an die wahre Persönlichkeit, die wir nun mal sind, ein einzigartiges Original als Puzzleteil im großen Gemälde der Menschheit!

Bild: Canva!

Etappe zum inneren Frieden: Ungeduld ist Gift, Geduld Betäubung aber Akzeptanz ist Balsam für Körper & Geist und Seele!

Etappe zum inneren Frieden: Ungeduld ist Gift, Geduld Betäubung aber Akzeptanz ist Balsam für Körper & Geist und Seele!

Etappe zum inneren Frieden: Ungeduld ist Gift, Geduld Betäubung aber Akzeptanz ist Balsam für Körper & Geist und Seele!

Man könnte aus der Haut fahren, schon wieder kommt die S-Bahn nicht, zum gefühlten 167 Mal dieses Jahr fährt sie nicht. Wo heute so ein wichtiger Termin ansteht, lässt Sie die Bahn im Stich. Sie kochen innerlich, vor ihrem geistigen Auge manifestiert sich die Klageschrift. Sie ringen mit sich, ob Sie auf ein Wunder warten oder doch mit den anderen Frustrierten um ein Taxi kämpfen. Solche Erlebnisse kennt jeder, die uns den ganzen Tag versauen können, der „ Bad-Day“ ist geboren. Man tigert wie ein schlecht gelauntes „Atomkraftwerk“ durch die Gegend! Sie wirken wie ein Magnet, der Situationen magisch anzieht, die Ihrer Stimmung entsprechen, die Wette läuft! Der Bahn schadet ihre Ungeduld nicht, ihr ist es egal, aber die Auswirkungen auf den eigenen Organismus sind immens. Ungeduld erzeugt Stress, Adrenalin und Kortisol Spiegel usw. springen in die Höhe, je länger Sie sich ärgern, umso mehr schaden Sie dem Körper. Noch schwieriger wird es, sobald andere Personen beteiligt sind, die eigene Ungeduld löst beim Gegenüber Druck aus und somit Stress bei allen Betroffenen, die Situation verschärft sich.

Geduld ist Betäubung für Körper & Geist und Seele!

Sogar wenn Sie in schwierigen Situationen mit Geduld anstatt mit Ungeduld reagieren, ist die Sache nicht vom Tisch. Der Stresspegel ist nicht mehr so hoch, aber Geduld dient nur als Vorstufe zur Akzeptanz. Geduld bedeutet etwas zu „dulden, ertragen“, obwohl wir selbst schneller bzw. anders handeln würden. Sobald Sie geduldig re-agieren, glaubt man, es „besser“ zu wissen, somit klettern wir eine Stufe höher. Wir sind nicht mehr auf Augenhöhe mit unserem Gesprächspartner, dadurch nehmen wir beiden die Möglichkeit, sich wirklich auszutauschen.

Akzeptanz ist Balsam für Körper & Geist und Seele!

Umstände oder Personen zu akzeptieren, die nicht unseren Vorstellungen entsprechen, bringt nicht nur Entspannung für den Counterpart. Es ermöglicht uns, in Ruhe neue Erkenntnisse aus der Situation zu sammeln und zu prüfen, um eigene Wertvorstellungen zu erweitern, uns ggf. anders zu verhalten oder anschließend Grenzen zu setzen. Akzeptanz heißt in diesem Fall das Gegenüber und uns selbst mit den jeweiligen Werten zu akzeptieren, um eine Lösung mit der größtmöglichen Gelassenheit und Klarheit für die Zukunft zu treffen, ohne in einem Strudel von Emotionen zu versinken.

Erwin – der Angriff auf den inneren Schweinehund

Erwin – der Angriff auf den inneren Schweinehund

Ich habe schwierige Zeiten hinter mir, der Januar ist der übelste Monat für mich, jedes Jahr graut mir mehr davor. Vor allem, weil der Übergang so krass ist. Im Dezember ist die Welt noch in Ordnung, oft die schönsten Wochen überhaupt. Ich trinke und esse nach Herzenslust, lasse es mir gut gehen, entspanne auf dem Sofa und Weihnachten wird jedes Jahr besser. Es gibt haufenweise Verköstigung und Geschenke, die wir diesmal alle zu 100 % per Knopfdruck bestellt haben, die Idee kam von mir, wohlgemerkt.

Pünktlich zum 01. Januar habe ich das obligatorische Zielvereinbarungsgespräch, ein listiger Versuch meines Chefs. Immer der gleiche Ablauf. Zuerst kommt ein Katalog mit Verfehlungen, ich wäre bequem, unsportlich, würde wahllos Essen & Trinken, es gleicht eher einem strengen Leviten lesen. Was aber 10 Monate keinen stört, wird nun angeblich zur Gefahr für Leib und Leben und ab sofort rigoros verboten.

Ich kenne diese Art von Gesprächen und lasse sie über mich ergehen, denn meist ist der Spuk nach 4 Wochen vorüber. Der Februar ist schon wieder recht lustig, ich inhaliere Krapfen ohne Veto und trinke bis dieser blöde Aschermittwoch mir nochmal einen Strich durch die Rechnung macht. Dann sind wir urplötzlich christlich und fasten bis Ostern. Aber mein Durchhaltevermögen ist immens, Ohren auf Durchzug und mit einer Jetzt-erst-Recht-Mentalität gewinne ich die meisten dieser seltsamen Angriffe, die er so plant. Das restliche Jahr erhole ich mich von diesen internen Kämpfen.

Ich habe überlegt, eine Selbsthilfegruppe zu gründen, mein Chef ist ja wirklich ein sonderbares Exemplar. Wenn er mich nicht hätte, wäre er Workaholic, ich herrsche alleine in der Chefetage der Entspannung. Seine radikalen und einsamen Entscheidungen, die er trifft, ohne auch nur einmal zu fragen, was ich davon halte, nerven ziemlich. Verbote über Verbote, zuerst macht Schokolade glücklich, pünktlich am 01.01. würde uns ein kleines Stückchen fast umbringen. Von April bis Dezember kümmert er sich überhaupt nicht um mich, und dann kommen aus dem Nichts Vorhaltungen, woran ich alles alleine schuld wäre. Er ignoriert doch seinen Stress und seine unguten Gefühle. Wer sorgt denn hier für Entspannung und Glückshormone? Das ist ein Knochenjob und ich will ihm ja nur eine Freude bereiten!

Er ist aber sowas von stur, nie hat er Zeit für mich, zum Beispiel:

Es ist ein Glücksspiel zu erfahren, wann ich was Anständiges zu essen bekomme, da bleibt ja nur Selbstfürsorge! Würde er regelmäßig kochen, hätte ich weniger Angst zu verhungern. Eventuell würde ich darüber nachdenken das 2. Frühstück, meine geliebte Mohnschnecke, die so fantastisch mit dem Cappuccino harmoniert und das E-Mail lesen immens erleichtert, zu canceln.

OK, ich bekenne mich schuldig, manchmal zu Übertreibungen zu neigen, und wir haben uns schon besser verstanden. Ihn dauerhaft zu ignorieren wird mir nicht weiterhelfen. Vielleicht ist der Urlaub eine gute Idee, um mal mit ihm zu quatschen. Vorausgesetzt wir finden ein Ziel, das uns beiden gefällt. Ein ansprechender All-inklusiv-Club, ein attraktiver Traum! Oder sind das Anzeichen für ein Delirium? Seit Tagen bin ich gefühlt im offenen Vollzug (Wasser & Brot). Davon bekommen wir schlechte Laune, was Stress erzeugt, das geschieht ihm recht! Damit habe ich ein Druckmittel und bald gibt’s das alte gemütliche Leben wieder zurück.

Immunsystem – Bundeswehr- oder Eliteeinheit?

Es wird überrascht sein, unser Immunsystem, einerseits von so viel Aufmerksamkeit seitens der Medien, andererseits verändert sich momentan die Wahrnehmung des jeweiligen Besitzers! Ein banger Blick richtet sich auf unsere körpereigene Kampftruppe, wie sind wir denn aufgestellt?

Je nach Alter des Menschen hat das Immunsystem schon einiges erlebt, an Angriffen von außen, Viren, Bakterien, entartete Zellen, von Herpes bis Masern usw. Selten bekam es Dankesschreiben, für die gute Arbeit die es leistet. Unterstützung bzw. Etaterweiterung wird der Mensch meist erst nach schwierigen Rettungseinsätzen leisten, dann wird ihm bewusst welche Eliteeinheit wir im Körper sitzen haben.

Es ist Zeit uns ans eigene Näschen zu fassen, wie behandeln wir unsere Immunabwehr, so wie die Pflegekräfte in Deutschland? Wenig wertgeschätzt und unterbezahlt, das Abwehrsystem soll seinen Job machen und die Klappe halten, Hochmut kommt vor dem Fall.

Unterstützung in Form der üblichen Verdächtigen, gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung sind gemeinhin bekannt, inwieweit es umgesetzt wird, liegt überraschenderweise in der Verantwortung des jeweiligen Menschen, verdammt gibt es da keine anderen Schuldigen?

Neben den üblichen Eindringlingen, von Bakterien bis Viren, ist ein alter Bekannter Killer unter dem Sammelbegriff „Stress“ bekannt, er versucht uns tagtäglich den Garaus zu machen. Der nervige Chef, die jammernde Mutter, die eigene Sucht z. B. tagtäglich Bad News zu inhalieren, als Frühstück und um das Immunsystem weiter zu gefährden, brav vor dem Zubettgehen, noch ein weltweites Horrornachrichten-Potpourri.

Stress im negativen Sinne ist ein trojanisches Pferd, darunter sitzt eine oft unbewusste Angst. Angst nicht perfekt zu sein oder der Situation gerecht zu werden. Die eigene Eitelkeit welche Hilfe anzunehmen boykottiert, wie auch wenig erlernte Problemlösungsprogramme können Probleme zu einer Stresslawine werden lassen, die unser Immunsystem laufend angreift.

Wie wäre es mit einem 4 Augen Gespräch, eine Bestandsaufnahme und ein Zielvereinbarungsgespräch mit den eigenen Pflege- und Securitymitarbeitern? Wer sitzt uns da gegenüber, eher eine Bundeswehrtruppe mit nicht einsatzfähigen Panzern, oder eine top ausgebildete Eliteeinheit, gut trainiert, versorgt und wertgeschätzt?

Kommunikation lautet das Zauberwort, meine „Mitarbeiter“ und ich haben einen 10 Punkte Plan erarbeitet, wir sind alle zu-frieden damit. Den jeweiligen Punkten kann das Wort gesund vorangestellt werden, oder anders übersetzt, die Dosis macht das Gift, die goldene Mitte usw. ein humorvoller Selbstversuch:

  1. Bewegung

Der Istzustand ist gut, bisher sind wir 3–4 Mal die Woche an die gute frische Luft gekommen. Wir vereinbaren 6 Tage Bewegung, moderat von Laufen, Spazierengehen, Wandern, Fahrradfahren + 1 Sportart im Bereich Kampfsport, sobald die Haftbedingungen 2020 wieder gelockert werden. Lustigerweise hat gerade der innere Schweinehund am wenigsten Veto eingelegt, jetzt wo er Home-Office vom Landesvater verordnet bekommt, möchte er raus! Nachtigall, ick hör dir trapsen.

  1. Ernährung

Meine Ernährung ist gut aber nicht wirklich ausgewogen, die Truppe jammert mich voll, kreativer und abwechslungsreicher zu kochen. Außerdem monieren Sie den Kaffeekonsum, sie stünden unter Dauerstrom! 7 Tassen sind gestrichen, wir einigen uns auf 3 Tassen am Tag, den Entzug machen alle mit. Im Gegenzug fordere ich eine Stunde mehr Schlaf, somit würde sich der Kaffeekonsum automatisch reduzieren. Problematisch ist der Missbrauch von Genussmittel, hier: Schokolade. Ein halbseidener diplomatischer Versuch seitens meines inneren Schweinehundes bringt die Tatsache auf den Tisch. Ich würde bei aufkommender Wut Schokolade essen. Was, ist ja unglaublich, ich gebe mich geschlagen. Die Truppe empfiehlt mir tägliches Meditieren, in der Zwischenzeit spielen sie eine Runde Schafkopf.

  1. Schlaf

Grundsätzlich sind wir alle zufrieden mit der Dauer & Qualität. Schlafumgebung ist ruhig, ohne störende Faktoren oder technische Geräte. Gelegentlich stören diffuse Träume die Schlafqualität. Wir einigen uns darauf, 2 Stunden vor dem Zubettgehen kein Internet, Nachrichten mehr zu konsumieren. Aufkommende Grübeleien werden mit Musik entschärft.

  1. Humor/Freude

Gut, aber dennoch ausbaufähig. Die Dokumentation über die täglichen kleinen & großen Freuden kann verbessert werden. Wir einigen uns darauf, es als tägliches „Gebet“ vor dem Zubettgehen zu Papier zu bringen. Die Kollegen freuen sich über die tägliche Portion Humor, Witze, Musik oder Youtube Videos, z. B. das Leben des Brian, verbessert die Stimmung immens.

  1. Beziehung

Großes Lob seitens meiner Mitarbeiter. Seit ich die Beziehungen aller Art, beleuchtet und ordentlich ausgemistet habe, hat sich mein Immunsystem verbessert. Mehr Platz für gesunde Beziehungen, incl. die zu mir Selbst hat meine Gesundheit immens verbessert, die körperliche & seelische.

  1. Natur

100 %ige Übereinstimmung, alle sind glücklich mit dem täglichen Naturgenuss. Macht zufrieden, gibt Kraft und stärkt den Realitätssinn. Keine Änderungen vonnöten.

  1. Musik

Grundsätzliche Zustimmung zur Musikauswahl. Einige beschweren sie über die Musik via Radio, da die vielen Nachrichten wenig informativ sind, sondern eher Geschwätz. Die Truppe fordert mehr reine Musik, weg von den Sendern. Wir einigen uns auf 80 Prozent Musik und 20 Prozent Radio.

  1. Frieden

Der innere Frieden ist grundsätzlich gesichert, ein Friedensabkommen mit allen Persönlichkeitsanteilen ist unterschrieben und wird eingehalten. Probleme werden am runden Tisch besprochen, entsprechende Lösungen werden umgehend generiert. Die Zusammenarbeit ist gut, das innere Kind & Schweinehund fordern mehr Mitsprache und Kapazitäten, Antrag wird entgegengenommen.

  1. Neugier

Das Unterhaltungsprogramm könnte verbessert werden, die Neugier auf neue Unternehmungen ist vorhanden, die Truppe moniert vorsichtig meine Disziplin, ich wäre ein Gewohnheitstier. Verbesserungsvorschläge werden akzeptiert, um die Gehirnzellen zu trainieren, werde ich meinen alten Wunsch Fremdsprachen zu lernen aufnehmen, wenn nicht jetzt, wann dann?

  1. Akzeptanz

Manchmal noch ein Eiertanz, wie Bitte? Die endlosen Debatten über herrschende Tatsachen möchte ich bitte auf ein erträgliches Maß an Diskussion begrenzen. Die Redezeit einzelner interner Zauderer könnten zeitlich begrenzt werden. Was wollt ihr denn, einen Norbert Lammert des Bundestages für meine inneren Dialoge? Gelächter folgt. Die Truppe fordert mehr Love it, Change it or leave it. Jawohl!

Bild: Pixabay

Der Stammtisch als Retter der Gesellschaft – miteinander anstatt übereinander reden!

Es verfolgt mich überall, ein Wort welches vor 20 Jahren nicht in meinem Wortschatz existierte. Kommunikation als Seminar, als Studiengang, in Stellenanzeigen, es wird seitdem auf allen Kanälen verwendet, nur mit welchem Zweck? Es überschwemmt die Medien und langsam entwickle ich eine Art Allergie. Bis zur ersten Sinnkrise kam ich ganz gut durchs Leben, man mag es kaum glauben, ich konnte direkt mit Menschen sprechen, Alter & Herkunft spielten keine Rolle.

Dies mag teils meiner frühkindlichen ländlichen Sozialkompetenz geschuldet sein, die mangels Angebot die Richtung vorgab, entweder mit sich selbst zu sprechen, oder die Alternative als Gesprächspartner zu wählen. Die Wählerschaft setzte sich aus Menschen zwischen 0 und 99 zusammen, mit all ihren Ecken & Kanten, die mein Leben prägten, im positiven wie auch im negativen. Es war eine harte Schule, diese Art der Kommunikation. Sie war, wie man neudeutsch sagt, authentisch, direkt, lustig manchmal auch barsch, aber äußerst lehrreich.

Als Kind war ich schon fasziniert von Stammtischen, zum Glück durfte ich als Nachbarskind ab und an helfen um als „Aushilfe“ ein paar Getränke von A nach B zu transportieren, den wichtigsten aller Tische bewunderte & beäugte ich jedoch aus einem Sicherheitsabstand, zumal meine 7-jährige Lebenserfahrung wohl noch nicht für einen Stammplatz ausgereicht hätte. Es war wie im Kino, jeden Tag wurde ein neuer Film aufgeführt. Je nachdem welche Herrschaften der örtlichen Prominenz (Pfarrer, Arzt, Bürgermeister, Großgrundbesitzer) auf das buntgemischte Gemeindevolk traf, gepaart mit der eigenen tagesabhängigen Stimmung/Meinung ergaben sich höchst interessante Einblicke in das Seelenleben der Einzelnen und oder der Gemeinde.

Wie in jeder Beziehung konnte stundenlang geschwiegen, gestritten, debattiert und gelacht werden, im besten Falle war alles vertreten! Meine Karriere als aktive Stammtischaktivistin startete mehr oder weniger mit meiner Volljährigkeit. Unter dem Vorwand eine Frauenfußballmannschaft zu gründen, wagten wir den Schritt unser Recht auf einen eigenen Stammtisch im hiesigen Wirtshaus zu beanspruchen! Eine Welle der Empörung zog durch die Gemeinde. Stoische Sturheit, die auch durch die Häme der Platzhirsche nicht gebrochen werden konnte, sicherte uns langsam einen Platz an der Sonne. Nach und nach wurden wir geduldet, nach längerer Gewöhnung akzeptiert!

Sie fragen sich nun, was das alles mit der Rettung der Welt, oder tragen wir weniger dick auf, mit der Rettung der Gesellschaft zu tun hat? Diese Stammtischbesuche waren für mich eine wichtige Lebensschule. Es war ein Potpourri an Charakteren, Generationen und Gesellschaftsschichten, die einen herausforderten, lehrten, halfen und durch Diskussionen auch wieder auf sich selbst zurückwarfen, besser kann man Sozialkompetenz nicht erlernen. Es ist nichts für schwache Gemüter, aber dieser direkte Austausch miteinander, egal ob man einer Meinung war oder sich gerade in parallel Universen befand, es war direkt, ehrlich und man konnte nicht fliehen, irgendwann traf man im kleinen Universum der Gemeinde wieder aufeinander.

In der heutigen Zeit wird man verführt sich vor allem Gleichgesinnte zu suchen, die eh die eigene Meinung teilen, was aber die Gefahr birgt, nicht mehr offen zu sein für andere Lebensentwürfe und Meinungen. Offenheit & Zeit fordert der Austausch mit anders Denkenden. Wir flüchten in Sicherheitsbereich unseres eigenen Horizonts, teils in den Dschungel der digitalen Welt, aber übersehen die Gefahr, dass wir unser Schwarz-Weiß-Denken dadurch fördern. Kommunikation findet gefühlt 24-Stunden am Tag statt, wir gaffen bei Instagram und googlen unser Wissen, aber wie groß ist der Anteil wichtiger Inhalte noch?

Hat sich unsere Kommunikation verwässert? Je mehr wir uns mit Gleichgesinnten beschäftigen, umso verkrusteter werden wir für andere Sichtweisen. Der Zeitgeist, der Emotionen vor Sachverhalte stellt, flankiert von der Politischen Korrektheit, dem Wunsch nach eigener Perfektion sowie dem Streben nach Effektivität gibt dem Ganzen noch zusätzlich Schubkraft. Wir sind Weltmeister der Fachidioten, beruflich wie privat, und somit auch Weltmeister im Separieren. Egal ob die Zeitschrift für die Frau ab 40, mit Hund aber ohne Kinder. Restaurants nur für Veganer, Seniorenheime nur für Schwule und Lesben. Fachärzte wohin das Auge schweift, aber immer weniger Hausärzte die den Gesamtüberblick haben. Nachrichten lassen sich via App nach persönlichen Vorlieben filtern, das alles mag das Leben vermeintlich erleichtern, nur wie verändert es unseren Blick auf die Realität?

Je mehr Stammtische, Vereinsarbeit o. ä. verloren gehen, umso mehr geht ein Stück Redekultur unter. Wir quetschen die Mitte der Gesellschaft an die Ränder oder leiten Sie in Nischen. Geteiltes Leid ist halbes Leid, wir brauchen wieder mehr Mut unsere Risse zu heilen. Stellen Sie sich vor, sie müssten mit einem Klon ihrer selbst 4 Wochen zusammenleben, völlig abgeschnitten von der Außenwelt, allein die Vorstellung lässt sicherlich die Bereitschaft steigen, wieder mehr die Vielfalt ihrer Umgebung zu schätzen!

Da der natürliche Lebensraum des Stammtisches ebenso vom Aussterben bedroht ist, gilt es umso mehr Sie dort zu retten, wo noch Wirtshäuser, Kneipen, oder Restaurants beheimatet sind, das erfordert von der Gegenseite allerdings auch die Bereitschaft diese Klientel nicht rein nach Wirtschaftlichkeit zu betrachten. Der Kreativität sind aber keine Grenzen gesetzt, „pflanzen“ sie neue Stammtische aller Art egal in welchen Räumlichkeiten, ob zu Hause oder Outdoor, die Gesellschaft wird es Ihnen danken, irgendwann. Sehen Sie es als nachhaltige sozial vielfältige Blumenwiese, die Bienen lassen grüßen!

Wenn Tiere sprechen könnten – bedingungslose Liebe zum Haustier – eine Illusion, oder?

Wenn Tiere sprechen könnten – bedingungslose Liebe zum Haustier – eine Illusion, oder?

Meine erste große Liebe war ein kleiner rot-weißer Stubentiger namens Susi, die mich bedingungslos liebte, zumindest war ich mit meiner Lebenserfahrung von 5 Jahren davon fest überzeugt. Sie wärmte jeden Morgen mein geschundenes Herz auf, indem Sie überschwänglich Körperkontakt aufnahm, in meinen Armen schnurrte wie ein Leopard II Panzer, mich an stupste und mit ihren Schnurrhaaren im Gesicht kitzelte. Diese morgendliche Liebesbekundung einer Katze war für mich unglaublich und in dieser Zeit lebenswichtig, war es doch in meiner Familie die einzige emotionale und körperliche Zuwendung.

Im Gegenzug versuchte ich, mich so gut es ging, zu revanchieren mit Streicheleinheiten, Essen in allen Schattierungen und selbstgebauten Schlafplätzen. Wir hatten einen guten Deal, der uns beiden das Überleben garantierte, bis Susi ein Jahr später von einem Auto überfahren wurde und mein Herz zerbrach. Es gab noch ein paar Versuche mit Susi 2 und deren Nachfolgern, die immer der benachbarten Straße zum Opfer fielen.

35 Jahre später bekomme ich beim Lesen eines Zeitungsberichts Gänsehaut. Ein Hund, dessen Besitzer vor Monaten gestorben war, spaziert täglich zum Friedhof, um sein Herrchen zu betrauern! Ist eine so enge emotionale Beziehung möglich, als 5-Jährige hätte ich dem sofort zugestimmt? Aber was hat es mit der Tierliebe auf sich, warum spricht der „Besitzer“ oft mit verklärten Augen von bedingungsloser Liebe, liegt es daran, dass Tiere uns nicht widersprechen können?

Ich stelle mir vor, wieder in einer Tier-Mensch-Partnerschaft zu leben, ein grau getigerter Kater namens Henry ist mein Counterpart, kein Katzenmacho, sondern ein gemütlicher Mitbewohner für eine halbwegs neurotische 40-Jährige. Die Aufgabenverteilung ist klar, ich kümmere mich um die tägliche Menüfolge, die adäquate Schlaf- u. Reinigungsmöglichkeit und genügend Zeit zu zweit. Im Gegenzug erhalte ich bzw. mein getigerter WG-Kollege Streicheleinheiten, klingt nach einer perfekten Beziehung. Doch was würde passieren, sobald Henry sich der menschlichen Sprache befähigen würde, wäre unsere „Partnerschaft“ genauso harmonisch?

Würde er mir zum manchmal vorwurfsvollen Blick beim Servieren des Essens noch vorhalten, er hasse erstens Leber, zweitens würde ihn diese festgezurrten Essenszeiten in seinem liberal links gerichteten Katzenleben ankotzen! Überhaupt würde er lieber mit seinen Kumpels um die Häuser ziehen, ich wäre nur seine Not-Beziehung, was uns beide vereint. Rums, das würde sitzen und mir meine Gesichtszüge innerhalb von 120 Sekunden entgleisen lassen. Ist diese romantisierte Darstellung der bedingungslosen Liebe zu/von Tieren dem geschuldet, dass die Kommunikation nicht verbal, zum Glück, sondern nur nonverbal abläuft? Interpretieren wir diese Art von Partnerschaft gerne zu unseren Gunsten mit der rosa-roten Brille?

Während wir fest davon überzeugt sind, dass Carlo, Labrador-Mischling, ein absolut glückliches Familienmitglied ist, träumt Carlo abends im Wohnzimmer, wie es wäre eine eigene Hunde-Familie zu haben, ganz ohne Besitzer! Tiere sind in dieser Art von Beziehung immer abhängig vom Menschen und nie frei in ihrer Entscheidung, so zu leben, das gilt es stets im Hinterkopf zu behalten. Den Haustieren ein Mindestmaß an artgerechtem Dasein zu ermöglichen ist interpretationsfähig, dennoch gibt es hierzu zahlreich Lektüre. Nicht minder wichtig ist die emotionale Bindung, hier wäre bei manchen eine Paartherapie angebracht, um die tierischen „Freunde“ vor übergriffigen Haltern sowie deren Neurosen zu schützen, angefangen von veganer Nahrung, Kleidung, Hunde-Yoga bis hin zu symbiotischen Paaren, z. B. Moshammer & Daisy.

Was wäre, würde ich meinem Kater die Wahlmöglichkeit als Freigänger ermöglichen? Würde er die Option nutzen, um ein freies Leben zu führen, in der Hoffnung Darwins Thesen sind Illusion? Oder würde er nach ein paar Tagen zurückkommen, mit der Erfahrung das Gras auf der anderen Seite sei doch nicht grüner.

Warum verhalten wir uns in der Beziehung zu Tieren oft liberaler? Die Erwartungshaltungen sind geringer, die Kommunikation ist auf das Wesentliche beschränkt und der Körperkontakt ist konstanter. Als Krönung gibt’s oft mehr Toleranz & Wille zur Vergebung, alles, was uns in der Beziehungspflege zu der eigenen Spezies auch oft hilfreich wäre.