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Wenn Tiere sprechen könnten – bedingungslose Liebe zum Haustier – eine Illusion oder was wäre wenn?

Wenn Tiere sprechen könnten – bedingungslose Liebe zum Haustier – eine Illusion oder was wäre wenn?

Meine erste große Liebe war ein kleiner rot-weißer Stubentiger namens Susi, die mich bedingungslos liebte, zumindest war ich mit meiner Lebenserfahrung von 5 Jahren fest davon überzeugt. Sie wärmte jeden Morgen mein kleines geschundenes Herz auf, indem Sie überschwänglich Körperkontakt zu mir aufnahm, in meinen Armen schnurrte wie ein Leopard II Panzer, mich an stupste und mit Ihren Schnurrhaaren im Gesicht kitzelte. Diese morgendliche Liebesbekundung einer Katze war für mich unglaublich und in dieser Zeit auch lebenswichtig, war es doch in meiner Familie die einzige emotionale Zuwendung als auch Körperkontakt.

Im Gegenzug versuchte ich mich so gut es ging zu revanchieren mit Streicheleinheiten, Essen in allen Schattierungen und selbstgebauten Schlafplätzen, wir hatten einen guten Deal der uns beiden das Überleben garantierte, bis Susi ein Jahr später von einem Auto überfahren wurde und mein Herz zerbrach. Es gab noch ein paar Versuche mit Susi 2 und deren Nachfolgern, die immer Opfer der benachbarten Straße wurden.

25 Jahre später bekomme ich beim Lesen eines Zeitungsberichts Gänsehaut, ein Hund dessen Besitzer vor Monaten gestorben war, spaziert täglich zum Friedhof um sein Herrchen zu betrauern! Ist eine so enge emotionale Beziehung möglich, als 5-Jährige hätte ich dem sofort zugestimmt? Aber was hat es mit der Tierliebe auf sich, warum spricht der „Besitzer“ oft mit verklärten Augen von bedingungsloser Liebe, liegt es daran das die armen Tiere uns nicht widersprechen können?

Ich stelle mir vor, wieder in einer Tier-Mensch-Partnerschaft zu leben, ein grau getigerter Kater namens Henry ist mein Counterpart, kein Katzenmacho, sondern ein gemütlicher Mitbewohner für eine halbwegs neurotische 40-jährige. Die Aufgabenverteilung ist klar, ich kümmere mich um die tägliche Menüfolge, die adäquate Schlaf- u. Reinigungsmöglichkeit und genügend Zeit zu Zweit. Im Gegenzug erhalte ich bzw. mein getigerter Mitbewohner Streicheleinheiten, klingt nach einer perfekten Beziehung. Doch was wäre, wenn Henry sprechen könnte, würde es auch noch so harmonisch sein?

Würde er mir zum manchmal vorwurfsvollen Blick beim Servieren des Essens noch vorhalten, er hasse erstens Leber, zweitens würden ihn diese festgezurrten Essenszeiten in seinem liberal links gerichteten Katzenleben ankotzen! Überhaupt würde er lieber mit seinen Kumpels um die Häuser ziehen, ich wäre nur seine Not-Not-Beziehung, was uns beide vereint. Rums, das würde sitzen und mir meine Gesichtszüge innerhalb von 120 Sekunden entgleisen lassen. Ist unsere romantisierte Darstellung der bedingungslosen Liebe zu Tieren dem geschuldet, das die Kommunikation nicht verbal, wahrscheinlich zu unserem Glück, sondern nur nonverbal abläuft, und diese von uns gern zu unseren Gunsten mit der rosa-roten Brille interpretiert wird.

Was wenn wir zu 100 % der Meinung wären unser Labrador-Mischling ist absolut glücklich Teil unserer Familie zu sein, während Carlo abends im Wohnzimmer davon träumt, wie es wäre eine eigene Hunde-Familie zu haben um frei von Menschen leben zu dürfen? Tiere sind in dieser Art von Beziehung immer abhängig vom Menschen und nie frei in ihrer Entscheidung dieses Leben wählen zu dürfen, das sollten wir immer im Hinterkopf behalten. Den Tieren ein Mindestmaß an artgerechten Leben zu ermöglichen ist interpretationsfähig, dennoch gibt es hierzu zahlreich Lektüre. Nicht minder wichtig ist die emotionale Bindung, hier wäre bei manchen eine Paartherapie angebracht, um die tierischen „Freunde“ vor übergriffigen Haltern/innen sowie deren Neurosen zu schützen, angefangen von veganer Nahrung, Kleidung bis hin zur symbiotischen Paaren ala Mooshammer & Daisy.

Was wäre, wenn mein Kater die Wahlmöglichkeit hätte, ich ihm die Option als Freigänger ermögliche, würde er die Option nutzen, um ein freies Leben zu führen, in der Hoffnung Darwins Erbe wäre in der Realität nicht ganz so grausam, oder würde er nach ein paar Tagen zurückkommen, mit der Erfahrung das Gras auf der anderen Seite sei doch nicht grüner.

Warum verhalten wir uns des Öfteren anders in der Beziehung zu Tieren? Die Erwartungshaltungen sind geringer, die Kommunikation ist auf das wesentliche beschränkt und der Körperkontakt ist konstanter. Als Krönung obendrauf gibt’s oft mehr Toleranz & Vergebungswillen, alles was uns in der Beziehungspflege zu unserer eigenen Spezies auch oft hilfreich wäre.

Die Lügen der Sieger – Internet nur ein Spiegel unseres Egos – Fake-Bilder,-News,-Life ?

Die Lügen der Sieger – Internet nur ein Spiegel unseres Egos – Fake-Bilder,-News,-Life ?

Das Internet ist jene große Spielwiese für Fakes, ob Bilder, News oder das Zurschaustellen eines geschönten Lebens! Ein Eldorado für Selbstdarsteller jeglicher Art, gepusht vom eigenen Ego! Bearbeitete Bilder werden seit langem für Werbemaßnahmen aller Art verwendet, um die Zielgruppe zu melken, die nicht merkt, dass die Messlatte nie erreichbar sein wird. Jedoch schwappte der Trend auf den persönlichen Bereich über, was macht das mit uns? Die nächste Stufe waren die Fake-News, die sich rasend schnell in den sozialen Medien vermehren, oft bahnen sie sich unbemerkt ihren Weg. Die eigenwillige Selektierung von Wahrnehmung, Wahrheiten und Meinungen lässt sich auf der www-Bühne am besten platzieren, Befürworter finden sich schnell und die Zweifler werden mit gezielter Konfrontation ins Aus manövriert. Schwarz-Weiß Denken ist ein Symptom dieser digitalen Welt, bist Du nicht mein Freund, bist Du mein Feind! Flankiert von der Emotionalisierung des gegenwärtigen Zeitgeistes, der Sachargumente gerne vernebelt.

Das böse Internet? Nein, es dient nur als Plattform für Spielarten unseres Egos, die es schon immer gab und geben wird. Es dient als Spiegel für unser Verhalten, welches im realen Leben durch diverse Grenzen (Gesetze, Moral, Gesellschaft) eingezäunt wird, aber im digitalen Netz bisher kaum vorhanden sind. Kaum ein Mensch ist frei davon, immer authentisch zu leben als auch zu handeln. Ist das Verschweigen von bestimmten Erfahrungen oder Wesenszügen nun faken? Während wir uns in Bewerbungsunterlagen & Vorstellungsgesprächen von unserer Schokoladenseite zeigen, wohlweislich die Gegenseite ebenso, wird die Probezeit dann zum Beziehungs-Check, je authentischer wir uns von Anfang an geben, umso erfreulicher die Zusammenarbeit.

Das Spielfeld ist riesig, von Schummeln & Notlügen unter dem Deckmantel andere nicht verletzen zu wollen, bis hin zur gezielter Irreführung & Betrug finden wir solche Verfehlungen genauso häufig im realen Alltag, meist finden wir uns auch auf beiden Seiten wieder, mal als Ausübende mal als Betroffene. Zurück zu den beliebten „mutigen“ Wahrheiten in Form von Beleidigungen, selektive Wahrnehmungen und Denunziantentum, die gerade in Verbindung mit dem Verschweigen der eigenen Verfehlungen eine gefährliche Mischung ergeben. Auch diese Form der Positionierung gab es jenseits der Datenautobahn schon immer. Auf fruchtbaren Boden fallen solche Bestrebungen in Kommunikationsarmen – und chaotischen Feldern, gepaart mit schwacher Führung, einem Mangel an Selbstreflexion und fehlenden Grenzen. Diese Zustände finden sich in Firmen, Schulen, Vereinen in der Politik, aber auch die eigene Familie ist nicht gefeilt vor solchen desaströsen Grundstrukturen, die oft zu Flächenbränden ungeahnten Ausmaßes führen.

Viele von uns können aus Erfahrung sprechen, von eigenen Schummeleien die sofort von der gehassten Mitschülerin aufgebauscht dem Lehrer „gemeldet“ wurden, bis zum Mobbing in der Firma, in der die Karrieren der jeweiligen Opfer und Täter oft Ihren Höhepunkt finden, die Bandbreite ist groß. Die Gesellschaft spielt in Ihrer jeweiligen Liga das Spiel perfekt, ob konkurrierende Firmen bis hin zur Politik, die gerne im Innen wie Außen solche Methoden anwendet. Es braucht Opfer und Täter für dieses Spiel, das wir seit Jahrtausenden spielen, die Wunden treffen wie Speerspitzen in Körper & Seele, die beide bis zum Exodus führen können.

Dazu kommt noch ein interessanter Aspekt, die Beliebtheit des Täters/in scheint innerhalb der Gruppierung wichtig zu sein, ob Verfehlungen geahndet werden oder nicht. Es ist eben nicht egal, ob die gleiche „Straftat“ in der Familie/Firma/Land vom Lieblingssohn oder eher vom schwarzen Schäfchen begangen wird. Als Vergleich ist  der Steuerbetrug sowohl von Messi als auch von Uli Hoeneß begangen worden, die mediale Auseinandersetzung könnte nicht ungleicher sein, während der Fußballgott & Schwiegermutter Traum Messi fast noch Mitleid bekam, wurde der polarisierende Hr. Hoeneß medial über Monate durchs Dorf getrieben.

Doch zurück zu den „Fakes“ unserer Zeit, die wir oberflächlich betrachtet gerne der jüngeren Generation & dem Internet zuschreiben. Ich drehe mein Erinnerungsrad mal Jahre zurück in ein beschauliches Dorfleben in Bayern. Die Neurosen der heutigen Internetgesellschaft waren dort unter dem Namen der Scheinheiligkeit ebenfalls sehr wirksam, nur nicht in der Masse, es war allenfalls als Intranet verfügbar. Twitter war damals ein „Bankerl“ an dem sich die Waschweiber des Ortes über angebliche Neuigkeiten austauschten. Tinder war temporär bei Feuerwehrfesten, Fasching und sonstigen Vereinsfeierlichkeiten zu finden, die Tinderfähigkeit stieg mit dem Alkoholpegel. Für die News waren sorgsame Nachbarn verantwortlich, die in einer auch für damalige Zeiten rasanten Geschwindigkeit eine harmlose Fete unter Jugendlichen innerhalb von 12 Stunden zu einer Orgie mit schwarzer Messe formten, welches durch das Dorf-Intranet sofort jedem zugänglich war. Der Informationsfluss begann Sonntag früh in der Kirche, schwappte über den Stammtisch im Wirtshaus und fand den Höhepunkt mit der Schnappatmung der betroffenen Mütter um 14 Uhr am Kaffeetisch.

Egal ob im Netz oder im realen Leben, die Kombination zwischen gesundem Menschenverstand & innerer Stimme und der Frage wer am meisten von der jeweiligen Information profitiert, sorgt schnell für die gewünschte Klarheit oder zumindest für das Läuten der inneren Alarmglocken.

Bild: Pixabay  – Fake

 

 

 

Maoam-Syndrom – Bist Du betroffen?

Maoam-Syndrom – Bist Du betroffen?

Dieser legendäre Werbespot für jene „Zuckerwaffe“ passte hervorragend in mein Lebensgefühl Anfang der Neunziger. Inmitten meiner Pubertät, in der ich mehrheitlich mit der eigenen Revolution beschäftigt war, bestimmte das Maoam-Syndrom mein Handeln. Die einzelnen Symptome die sich dahinter verbergen, sind individuell gewichtet, die wichtigsten erkennbaren sind: 1. Wir sind dagegen 2. Wir wissen genau, was wir nicht wollen. 3. Wir sehen nur was wir wollen 4. Schuld sind die anderen 5. Gegen die Unzufriedenheit lassen wir uns gerne betäuben (Konsum & Drogen aller Art, etc.)

Jedoch war bei mir der oberste Grundsatz, der Widerstand, gegen alles was um mich herum geschah. Im Detail war es die Kirche, die CSU und die „scheinheilige & spießige“ Familie & Nachbarschaft. Überlebt haben es Gott sei Dank alle, mit mehr oder minder Narben aus dieser Zeit. Jetzt könnte man diese 2. Trotzphase mit der Botschaft „ist nun mal wichtig zur Selbstfindung“ betiteln und abhaken, aber mich beschleicht das Gefühl das „Maoam-Gefühl“ breitet sich in unserer Gesellschaft wieder vermehrt aus, hat es mich auch wieder erwischt?

Während der Sturm-und-Drang-Zeit kann man solche Denkwirrungen noch vertreten, aber auch Mitte der Zwanziger war ich noch der Meinung, ein Anti-Atomkraft-Aufkleber würde uns weiterbringen. Wer sein Ziel und sich selbst nicht kennt, kann nicht ankommen! Dieser Satz war mein neues Mantra und Schwupps musste ich aufpassen, dass ich mit 30 nicht völlig stur auf meiner Zieleautobahn wie eine Wahnsinnige von einem Ziel zum nächsten steuerte, die Leistungsgesellschaft lässt grüßen. Zwei extreme Pole, zwischen denen ich gependelt bin, die Frage ist nur, verweile ich jetzt stets in der Mitte?

Zurück in die Gegenwart, woher kommt mein Verdacht das wir unser „Wir sind dagegen, finde ich doof, ist völlig falsch“ in alle (Medien)Kanäle zu möglichst vielen Themen schleudern? Egal ob in der Mittagspause im Kollegenkreis oder ein Abend mit Freunden, die Vielzahl von Themen die wir in einer Stunde abhandeln, in der man weltmännisch innerhalb von Minuten vom Fachmann für erneuerbare Energien zum Russland-Sonderbotschafter wird und ohne mit der Wimper zu zucken, 5 Minuten später zum Experten für Evolutionspsychologie mutiert, lässt mich vermuten, das Ego gepaart mit Dr. Google ist die heimliche Macht.

Wir gackern, mosern, twittern, liken & werten um die Wette, was früher den vergrämten „Dorftratschen“ zugeschrieben wurde, deren Erkenntnisse man selbst meist mit einem Kopfschütteln überhörte,  oder war man selbst bei guter Laune fütterte man diese Klientel mit noch groteskeren Informationen, um sich später darüber zu amüsieren. Der Unterschied zu heute, es war ein geringer Anteil in der Bevölkerung aber noch wichtiger jeder wusste die „Damen und Herren“ dieser Zunft einzuschätzen, was wäre wohl passiert hätte es damals schon WhatsApp & Facebook gegeben ?

Was würden wir tun, hätten wir Putin oder Trump oder unsere „Mutti“ mal als Gegenüber beim Kaffeeklatsch sitzen, würden wir uns trauen genau den Wortlaut zu wählen, denn wir im Alltag so vor uns hinausposaunen, in den sozialen Kommentaren oder auch im Gespräch mit Freunden ? Es ist doch eigentlich wahnsinnig über Menschen zu urteilen die man persönlich noch nie kennengelernt hat, über Länder die wir noch nie bereist (ich spreche nicht von Urlaub) haben und Themen zu „experten“ die wir nur via einer Kurzzusammenfassung von Wikipedia kennen. Je mehr wir uns mit Problemen beschäftigen die wir nicht ändern können, umso ohnmächtiger & unzufriedener fühlen wir uns.

Ab morgen werde ich sorgsam auf mich achten und ein Auge auf mein in mir wohnendes gackerndes Teilzeithuhn werfen, das seine Meinung wild in alle Richtungen wirft und zur Hysterie neigt. Ich werde einen Hausputz im Kopf halten, der zuständig ist für die Verarbeitung & Speicherung von Informationen, die Medienflut weiter eindämmen und mir mal mutig gönnen, keine Meinung zu haben! Dafür erhoffe ich mir Klarheit im Denken und mehr Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens, vor allem für jene schönen Momente aber auch Hürden die ich aktiv erleben oder ggf. meistern werde, das bringt Zufriedenheit.

Foto: Pixabay

 

11 Freunde sollt Ihr sein – warum Integration nicht nur eine Frage der Nationalität ist.

11 Freunde sollt Ihr sein – warum Integration nicht nur eine Frage der Nationalität ist.

Wundern wir uns ernsthaft warum Integration als „Problem“ diskutiert wird und lohnt sich ein Blick auf unsere eigenen Fähigkeiten Integration zuzulassen bzw. sich zu integrieren?

Warum wird diese Debatte in Deutschland so emotional geführt? Es ist nicht nur eine Frage der Nationalität, sondern weist uns auch auf die Spaltung innerhalb unserer eigenen Gesellschaft hin. Würde jeder von uns das Grundgesetz Art 1–5 jeden Morgen durchlesen und in seinem eigenen Umfeld beherzigen, wir würden im Paradies leben!

Integration geht davon aus das eine Gesellschaft aus einer *relativ* homogenen Mehrheit und einer oder mehreren Minderheiten besteht, die in das bestehende System der Mehrheit zu integrieren sind. Dies erfordert eine Anpassung an die Mehrheit. Während die Inklusion davon ausgeht die Menschen, als gleichberechtigte Individuen zu sehen und nicht wertet, um den einzelnen zu ermöglichen aufgrund seiner Persönlichkeit seinen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Wäre nicht eine Kombination aus beiden einen Versuch wert?

Wie sieht die Bilanz innerhalb Deutschlands aus? Die Mehrheit bestimmt die Rahmenbedingungen für die Integration. Wer ist die Mehrheit in Deutschland? In der Politik, in der Arbeitswelt, in der Gesellschaft? Lohnend ist der Blick in unser direktes Umfeld und die eigene Familie, die spannende Ergebnisse bringen kann. Wie ist das Verhältnis von Spaltung, Integration und Inklusion?

Von außen betrachtet kommen nun Flüchtlinge in unser Land und spiegeln & verstärken unsere hausgemachten Probleme, für die sie nichts können aber gern verantwortlich gemacht werden, wie Wohnungsnot, Infrastruktur, Bildung etc. Dazu kommen die unsichtbaren Kriege (Bankenkrise, Vermögensverteilung, Leistungsgesellschaft etc.) die weltweit Ihre Kreise ziehen, die wir als Krisen bezeichnen und momentan als „ Wirtschaftsflüchtlinge“ sichtbar werden. Die finanziellen Möglichkeiten selektieren schon im Vorhinein welchen Menschen wir wohl eher begegnen. Geld definiert wie wir Wohnen, Einkaufen, welche Bildungsmöglichkeiten und Hobbys wir haben, und wo wir Urlaub machen.

Armut, in Ihren vielfältigen Facetten (im Geist, Herzen und im Materiellen), ist Voraussetzung für Unruhen und Krisen, in Ländern bis zur eigenen Familie. Es sollte unsere oberste Priorität sein, diesen Reichtum im Geist, im Herzen und im Materiellen bei uns selbst zu fördern und sich auch dafür einzusetzen, dass alle Menschen Zugang dazu haben.

Im Alltag sind es die Kleinigkeiten die erst in der Summe Wirkung zeigen und als Kehrseite einer erstmal positiven Handlung entstehen. Allein der Blick in einen wohl sortierten Zeitschriftenladen lässt uns staunen. Neben Fachzeitschriften gibt es mittlerweile für jede „Zielgruppe“ eine eigene Zeitschrift, also egal, ob die Frau 30,40,50 ist, für jedes Alter ist ein individuelles Blatt zu haben, auch für Mütter, Omas, Singles, Vegetarier, Veganer, Fleischesser, sportlich, häuslich, es scheint keine Grenzen mehr zu geben. Klar die eigenen Wertvorstellungen werden durch die jeweilige Zeitung erfüllt, der Nachteil ist man muss nicht mehr über den Tellerrand blicken und sich mit anderen Themen, die nicht den eigenen entsprechen, auseinandersetzen.

Gemeinsam kann viel mehr erreicht werden wie als Individuum, egal ob als Bürgerinitiative, Sportverein, etc., es kann im positiven Sinne Berge versetzen. Es gilt einfach wachsam zu bleiben und zu reflektieren, dass die eigene Meinung, die von der Gruppe unterstützt wird, keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit besitzt.

Auf den ersten Blick ist es verständlich und entspricht dem Streben nach Akzeptanz und individueller Entwicklung. Wir fühlen uns wohl und sicher unter Gleichgesinnten , je größer die Auswahl ist uns mit Menschen zu umgeben die unsere Werte bzw. Situation teilen (Arbeit, Hobbys, Lebenseinstellung, Alter etc.) werden wir diese verwirklichen, und der Platz für Begegnungen mit anders denkenden Menschen sinkt.

Die Möglichkeiten der individuellen Lebensgestaltung haben in den letzten Jahren zugenommen, von den früheren „Zweckgemeinschaften“ sind wir weit entfernt, aber es scheint sich sehr ins Gegenteil zu verlagern. Was ist die Kehrseite der Medaille? Wir gehen den leichten, bequemen und uns nutzbringenden Win-win-Weg. Wie viel Zeit, Energie und Neugier bleibt noch uns, denen zu widmen die uns nicht ähnlich sind und unsere Werte nicht teilen. Was können wir von Ihnen lernen, von Ihrer Kultur, Ihrem Blick auf die Welt und Ihrer Einstellung?

Förderlich für Integration/Inklusion sind Neugier, Wertschätzung und die Begegnung auf Augenhöhe. Es braucht Zeit sich dem Gegenüber wirklich zu öffnen, um ihm die Chance zu geben Vertrauen zu entwickeln. Somit können Gemeinsamkeiten entdeckt werden und die Andersartigkeit als Bereicherung akzeptiert werden, anstatt zu tolerieren. Toleranz darf nur als Etappe zum Ziel dienen, bis Sie durch die Akzeptanz und manchmal eben auch durch Grenzen (die Türen haben) ziehen, ersetzt werden.

Oft ist es eine Krise, die unterschiedliche Menschen vereint. Die Hochwasserkatastrophe in Passau ist ein gutes Beispiel dafür. Vor der Flut waren sich die Bewohner und Studenten nicht immer grün. Jeder weilte unter seinesgleichen und trat zwar mit Toleranz auf, kümmerte sich aber nicht wirklich darum die Vorurteilsschubladen zu verkleinern. Erst in der Not hatte man ein gemeinsames Ziel und nahm so gezwungenermaßen die Möglichkeit wahr, die anderen wirklich kennenzulernen und deren Schokoladenseiten zu entdecken.

11 Freunde sollt Ihr Sein – eine Utopie? Würde es uns nicht guttun auch Freunde aus unterschiedlichen Bereichen zu haben! Ein Potpourri aus Alt und Jung, aus der Ober-/Mittel/Unterschicht, Stadt- und Landbevölkerung, Weltenbummlern und Heimatliebhabern, Einheimischen und Zugezogenen, Technik- und Naturbegeisterten, aus CSU/SPD/Grünen oder ÖDP, Musikern, Künstlern etc. ? Die berühmte Frage folgt: Was bringt mir das? Es fördert die Wertschätzung und Akzeptanz für andere. Auch stärkt es die eigene Persönlichkeit, jemanden so anzunehmen wie er ist, wird erst möglich, wenn wir mit uns selbst in Frieden leben und versuchen eigene Probleme nicht zu oft auf andere zu projizieren. Es erleichtert uns die Vielfalt des Menschen wahrzunehmen und vermindert das Schwarz-weiß-Sehen sowie den Experten-Tunnelblick.

Es kann spannend werden sein eigenes Umfeld mal unter die Lupe zu nehmen. Wer ist wie vertreten, wo gibt es Gemeinsamkeiten und Mehrheiten. Welche Charaktere ähneln uns selbst, wo gibt es Ergänzungen. Wichtig ist auch mal zu hinterfragen, wer gar nicht vertreten ist im Freundschafts- und Familienzirkel, und warum?

11 Freunde, ein Beispiel :
1 der unser Herz berührt
1 der unsere Neugier fördert
1 der uns De-Mut zeigt
1 der unsere Persönlichkeit wachsen lässt
1 der uns herausfordert
1 der uns Mitgefühl lehrt
1 mit dem wir lachen können
1 der uns so mag wie wir sind, mit allen Facetten unserer Persönlichkeit
1 der unsere Talente fördert
1 der uns hilft ohne Erwartungen zu lieben

der 11 ist der wichtigste Freund, wir selbst – die wohl schwierigste Aufgabe im Leben, sich selbst ein guter Freund zu sein!

Foto: Pixabay

Hilft uns Toleranz wirklich immer weiter?

Hilft uns Toleranz wirklich immer weiter?

Ein viel benutztes Wort dieser Tage, eines, mit dem man sich gerne schmückt und welches erstmal auf der Schokoladenseite unserer Werte landet.
Definition (laut Wikipedia)

Toleranz, auch Duldsamkeit, [1] ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten.[2Das zugrundeliegende Verb tolerieren wurde im 16. Jahrhundert aus dem lateinischen tolerare („erdulden“, „ertragen“) entlehnt.
Nach dem Lesen der Definition beginnt die Auseinandersetzung mit dem Wort, es gar nicht so leicht für sich selbst eine Bedeutung zu finden. Wann und warum sind wir duldsam im realen Leben? Und hilft es uns immer weiter?

Man rühmt sich damit tolerant zu sein, doch es birgt auch Risiken als Langzeitmittel.
Je mehr neue Eindrücke, Situationen und Menschen uns tagtäglich begegnen, umso mehr ist Toleranz gefragt. Um diese Erkenntnisse zu prüfen und einzusortieren ist Toleranz ein gutes Mittel bis zur Entscheidungsfindung.

Im Idealfall beschäftigen wir uns mit der Situation so lange bis wir zu einer Entscheidung gekommen sind, diese zu akzeptieren oder wenn Sie zu stark von unseren Werten abweicht, Grenzen zu setzen. Es bringt uns selbst und dem Gegenüber Klarheit.
Doch sind wir eigentlich noch in der Lage in dieser schnelllebigen Zeit Toleranz als Mittel zum Ziel zu verwenden oder ertappen wir uns nicht öfters dabei, uns hinter dieser Toleranz zu verstecken um aus Zeitmangel oder Desinteresse nichts zur Entscheidungsfindung beizutragen. Wo verbirgt sich das Risiko?

Wenn wir jemand oder etwas tolerieren, stellen wir uns automatisch auf eine „moralisch höhere Stufe, die uns Überlegenheit vorgaukelt und unser Ego nährt. Schließlich sind wir doch so großzügig, diese Situation zu tolerieren, obwohl wir es doch besser wissen, oder unsere Werte als wichtiger ansehen.
Wenn wir etwas dauerhaft tolerieren, ohne uns wirklich damit auseinandersetzen dann geben wir der Situation keine Chance akzeptiert zu werden, sondern fördern ein oberflächliches Vergleichen, Werten und Ablegen in einer unserer Vorurteilsschubladen.

Was bringt uns dieses Verhalten von mehr akzeptieren, Grenzen setzen und weniger tolerieren? Es bringt uns selbst Klarheit, es macht zufriedener und authentischer.Aber es braucht viel Zeit uns den Dingen, die uns persönlich wichtig sind mit Interesse, Offenheit und Demut zu widmen und Toleranz wieder als Mittel auf dem Weg zur Entscheidungssetzung zu nutzen.

Es ist mutig sich auch mal keine Meinung zu erlauben und die tagtägliche Informationsflut einzudämmen ist ein hilfreiches Puzzleteilchen für einen klaren Kopf.

Bild: Pixabay

Jesus hat Konkurrenz, die ewige Suche nach dem Erlöser!

Jesus hat Konkurrenz, die ewige Suche nach dem Erlöser!

Die Welt scheint immer mehr aus den Fugen zu geraten, und wankt bedrohlich von einem Extrem ins andere. Die viel verordnete Balance und Eigenverantwortung scheinen immer mehr abhanden zu kommen.

Wir geben uns gerne selbst als Betroffene aus und schieben die Verantwortung auf die Gesellschaft. Da wir aber Teil dieser Gesellschaft sind, kommt der Bumerang zurück auf die Verursacher, also uns selbst. Die Bandbreite von „ Mir-ist-alles-Egal, ich kann ja eh nichts bewegen“ zur Mitte „Leben-und-Leben lassen“ – bis zum „kleinen Minidiktator „ ist alles vertreten im menschlichen Verhalten, aber es sammeln sich immer mehr Menschen an den Rändern und setzen Ihre schwarz-weiß Brille auf.

Als Beispiel:
In der Ernährung finden seit Jahren sogenannte Glaubenskriege statt, die immer mehr „Jünger“ anziehen, um den jeweiligen Feind den Garaus zu machen. Essen scheint zu einer Art Religion zu werden, in der die eigenen Erwartungen und Sehnsüchte nach Anerkennung, da Sie anscheinend nicht anderweitig gestillt werden, mit einfließen. Als Veganer ist man ein guter Mensch, man möchte nicht verantwortlich für das Töten von Tieren sein. Als Vegetarier ist man momentan schon out, zu inkonsequent. Und sollte man tatsächlich noch Fleischesser sein, ist einem die Hölle schon garantiert.

Zucker würde uns nur vergiften, ist neuerdings verboten. Auch die böse Milch macht uns nur krank, die Kühe sind momentan das „Bauernopfer“ für den Klimawandel. Das giftige Brot ist verantwortlich für viele chronische Beschwerden, natürlich gibt es überall dazu Studien und viele Betroffene, die alleine durch das Weglassen  eines Grundnahrungsmittels, lange durchaus geschätzt auf dieser Erde, ein neues Leben genießen. Liest man die Berichte hat man den Eindruck oh mein Gott hätte ich nur die letzten 20 Jahre kein Brot gegessen, ich hätte mein Abitur sicher mit 1,0 geschafft, hätte einen tollen Mann, Karriere gemacht und würde jetzt 15 Jahre jünger aussehen.

Bleiben wir beim Brot, hier gibt es natürlich Unverträglichkeiten für den Menschen, die sind hier auch nicht das Thema. Aber haben wir uns wirklich schon einmal gefragt, ob ein gewisser Anteil nicht der Herstellungsweise (Back-Shops), Fertigmischungen und den hochgezüchteten Weizen zu verdanken ist. Auch die Dosis macht das Gift, würden wir uns einfach ausgewogen ernähren, sollte es doch kein Problem geben. Oft treiben Menschen mit Ihrer Ernährung (und Ihrer Lebensweise) über Jahre Raubbau, bis sie irgendwann mal zusammenbrechen, nach dem Motto „Du bist, was Du isst“. Dann beginnt der Weg vom Saulus zum Paulus. Dann kommt die Suche nach dem Verantwortlichen, z. B. der böse Zucker, Milch, Weizen, Fleisch etc. Man selbst kommt natürlich nicht infrage, nein irgendwer wollte uns schaden. Ist der Feind erstmal ausgemacht, ist der Weg zum Apostel frei um mit der eigenen Leidensgeschichte dann alle anderen zu bekehren und Sie vor dem Feind zu warnen.

Dieses Beispiel lässt sich auf alle Lebensbereiche übertragen, ob Politik, Beziehungen oder die Arbeitswelt. Die Unzufriedenheit mit der Politik und die Erwartungen sind immens hoch. Da kommt Verwunderung auf, dass bei über 80 Millionen Einwohnern in Deutschland nur ca. 1,4 Millionen in einer Partei Mitglied sind. Der Rest hat die Verantwortung für Ihren Beitrag zur Gemeinschaft abgegeben und gibt sich der Illusion hin, alle vier Jahre ein Kreuzchen zu setzen würde völlig ausreichen. Auch in Beziehungen ist dieser Trend erkennbar, egal ob der Partner, die Eltern, die Kinder: Mach mich glücklich, egal wie, ich selber habe mit der Sache nichts zu tun und das passende Gegenstück: Ich übernehme die Verantwortung und die Kontrolle für Dich: Sei meine Marionette.

Bild: Pixabay