Immunsystem – Bundeswehr- oder Eliteeinheit?

Immunsystem – Bundeswehr- oder Eliteeinheit?

Es wird überrascht sein, unser Immunsystem, einerseits von so viel Aufmerksamkeit seitens der Medien, andererseits verändert sich momentan die Wahrnehmung des jeweiligen Besitzers! Ein banger Blick richtet sich auf unsere körpereigene Kampftruppe, wie sind wir denn aufgestellt?

Je nach Alter des Menschen hat das Immunsystem schon einiges erlebt, an Angriffen von außen, Viren, Bakterien, entartete Zellen, von Herpes bis Masern usw. Selten bekam es Dankesschreiben, für die gute Arbeit die es leistet. Unterstützung bzw. Etaterweiterung wird der Mensch meist erst nach schwierigen Rettungseinsätzen leisten, dann wird ihm bewusst welche Eliteeinheit wir im Körper sitzen haben.

Es ist Zeit uns ans eigene Näschen zu fassen, wie behandeln wir unsere Immunabwehr, so wie die Pflegekräfte in Deutschland? Wenig wertgeschätzt und unterbezahlt, das Abwehrsystem soll seinen Job machen und die Klappe halten, Hochmut kommt vor dem Fall.

Unterstützung in Form der üblichen Verdächtigen, gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung sind gemeinhin bekannt, inwieweit es umgesetzt wird, liegt überraschenderweise in der Verantwortung des jeweiligen Menschen, verdammt gibt es da keine anderen Schuldigen?

Neben den üblichen Eindringlingen, von Bakterien bis Viren, ist ein alter Bekannter Killer unter dem Sammelbegriff „Stress“ bekannt, er versucht uns tagtäglich den Garaus zu machen. Der nervige Chef, die jammernde Mutter, die eigene Sucht z. B. tagtäglich Bad News zu inhalieren, als Frühstück und um das Immunsystem weiter zu gefährden, brav vor dem Zubettgehen, noch ein weltweites Horrornachrichten-Potpourri.

Stress im negativen Sinne ist ein trojanisches Pferd, darunter sitzt eine oft unbewusste Angst. Angst nicht perfekt zu sein oder der Situation gerecht zu werden. Die eigene Eitelkeit welche Hilfe anzunehmen boykottiert, wie auch wenig erlernte Problemlösungsprogramme können Probleme zu einer Stresslawine werden lassen, die unser Immunsystem laufend angreift.

Wie wäre es mit einem 4 Augen Gespräch, eine Bestandsaufnahme und ein Zielvereinbarungsgespräch mit den eigenen Pflege- und Securitymitarbeitern? Wer sitzt uns da gegenüber, eher eine Bundeswehrtruppe mit nicht einsatzfähigen Panzern, oder eine top ausgebildete Eliteeinheit, gut trainiert, versorgt und wertgeschätzt?

Kommunikation lautet das Zauberwort, meine „Mitarbeiter“ und ich haben einen 10 Punkte Plan erarbeitet, wir sind alle zu-frieden damit. Den jeweiligen Punkten kann das Wort gesund vorangestellt werden, oder anders übersetzt, die Dosis macht das Gift, die goldene Mitte usw. ein humorvoller Selbstversuch:

  1. Bewegung

Der Istzustand ist gut, bisher sind wir 3–4 Mal die Woche an die gute frische Luft gekommen. Wir vereinbaren 6 Tage Bewegung, moderat von Laufen, Spazierengehen, Wandern, Fahrradfahren + 1 Sportart im Bereich Kampfsport, sobald die Haftbedingungen 2020 wieder gelockert werden. Lustigerweise hat gerade der innere Schweinehund am wenigsten Veto eingelegt, jetzt wo er Home-Office vom Landesvater verordnet bekommt, möchte er raus! Nachtigall, ick hör dir trapsen.

  1. Ernährung

Meine Ernährung ist gut aber nicht wirklich ausgewogen, die Truppe jammert mich voll, kreativer und abwechslungsreicher zu kochen. Außerdem monieren Sie den Kaffeekonsum, sie stünden unter Dauerstrom! 7 Tassen sind gestrichen, wir einigen uns auf 3 Tassen am Tag, den Entzug machen alle mit. Im Gegenzug fordere ich eine Stunde mehr Schlaf, somit würde sich der Kaffeekonsum automatisch reduzieren. Problematisch ist der Missbrauch von Genussmittel, hier: Schokolade. Ein halbseidener diplomatischer Versuch seitens meines inneren Schweinehundes bringt die Tatsache auf den Tisch. Ich würde bei aufkommender Wut Schokolade essen. Was, ist ja unglaublich, ich gebe mich geschlagen. Die Truppe empfiehlt mir tägliches Meditieren, in der Zwischenzeit spielen sie eine Runde Schafkopf.

  1. Schlaf

Grundsätzlich sind wir alle zufrieden mit der Dauer & Qualität. Schlafumgebung ist ruhig, ohne störende Faktoren oder technische Geräte. Gelegentlich stören diffuse Träume die Schlafqualität. Wir einigen uns darauf, 2 Stunden vor dem Zubettgehen kein Internet, Nachrichten mehr zu konsumieren. Aufkommende Grübeleien werden mit Musik entschärft.

  1. Humor/Freude

Gut, aber dennoch ausbaufähig. Die Dokumentation über die täglichen kleinen & großen Freuden kann verbessert werden. Wir einigen uns darauf, es als tägliches „Gebet“ vor dem Zubettgehen zu Papier zu bringen. Die Kollegen freuen sich über die tägliche Portion Humor, Witze, Musik oder Youtube Videos, z. B. das Leben des Brian, verbessert die Stimmung immens.

  1. Beziehung

Großes Lob seitens meiner Mitarbeiter. Seit ich die Beziehungen aller Art, beleuchtet und ordentlich ausgemistet habe, hat sich mein Immunsystem verbessert. Mehr Platz für gesunde Beziehungen, incl. die zu mir Selbst hat meine Gesundheit immens verbessert, die körperliche & seelische.

  1. Natur

100 %ige Übereinstimmung, alle sind glücklich mit dem täglichen Naturgenuss. Macht zufrieden, gibt Kraft und stärkt den Realitätssinn. Keine Änderungen vonnöten.

  1. Musik

Grundsätzliche Zustimmung zur Musikauswahl. Einige beschweren sie über die Musik via Radio, da die vielen Nachrichten wenig informativ sind, sondern eher Geschwätz. Die Truppe fordert mehr reine Musik, weg von den Sendern. Wir einigen uns auf 80 Prozent Musik und 20 Prozent Radio.

  1. Frieden

Der innere Frieden ist grundsätzlich gesichert, ein Friedensabkommen mit allen Persönlichkeitsanteilen ist unterschrieben und wird eingehalten. Probleme werden am runden Tisch besprochen, entsprechende Lösungen werden umgehend generiert. Die Zusammenarbeit ist gut, das innere Kind & Schweinehund fordern mehr Mitsprache und Kapazitäten, Antrag wird entgegengenommen.

  1. Neugier

Das Unterhaltungsprogramm könnte verbessert werden, die Neugier auf neue Unternehmungen ist vorhanden, die Truppe moniert vorsichtig meine Disziplin, ich wäre ein Gewohnheitstier. Verbesserungsvorschläge werden akzeptiert, um die Gehirnzellen zu trainieren, werde ich meinen alten Wunsch Fremdsprachen zu lernen aufnehmen, wenn nicht jetzt, wann dann?

  1. Akzeptanz

Manchmal noch ein Eiertanz, wie Bitte? Die endlosen Debatten über herrschende Tatsachen möchte ich bitte auf ein erträgliches Maß an Diskussion begrenzen. Die Redezeit einzelner interner Zauderer könnten zeitlich begrenzt werden. Was wollt ihr denn, einen Norbert Lammert des Bundestages für meine inneren Dialoge? Gelächter folgt. Die Truppe fordert mehr Love it, Change it or leave it. Jawohl!

Bild: Pixabay

Gipfeltreffen : Der Berg – Dein Freund & Therapeut

„Ich habe mir meine besten Gedanken ergangen und kenne keinen Kummer, den man nicht weggehen kann.“ (Søren Kierkegaard, dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller, 1813 – 1855)

Die Klientin:

Lächelnd sitze ich mit einer Tasse Kaffee auf der Terrasse des Carl-von-Stahl-Hauses, sehe, wie die Sonne meine Umgebung anblinzelt und den großen noch etwas in weiß verhüllten Schneibstein aufweckt.

Trotz Matratzenlager habe ich so gut wie lange nicht geschlafen, die innere Uhr klingelt um 06.30 Uhr um mich nach draußen zu befördern. Die Sonne strahlt mich an, ich fühle mich wie neugeboren. Es war eine harte Woche, mal wieder. Wenig Schlaf dafür viele Sorgen hatte ich gestern im Gepäck, als wir vom Königssee Richtung Jenner starteten.

Doch nach einer anstrengenden Wanderung sowie einer Nacht auf 1800 Meter inmitten einer atemberaubenden Landschaft scheint mein Sorgenrucksack nahezu leer zu sein, einfach so? Hat der Berg mich therapiert, ohne dass ich es mitbekommen habe?

Der Therapeut:

Oh je, was klettert denn da an mir herauf. Die Kleine wirkt total gestresst, hat 1000 Gedanken im Kopf, aber auch einen Rucksack voller Probleme.

Da hilft nur noch mein 10-Punkte-Plan, das wirkt, ohne das Sie viel merkt:

1. Achtsamkeit statt Multitasking:
Am Anfang ist es noch holprig! Sie denkt an den Job, redet mit Ihrer Schwester. Aber die erste Baumwurzel über die Sie fast stolpert und der steile Anstieg zu mir tun ihr Bestes und nach 30 Minuten ist die Klientin voll in der Achtsamkeit.

2. Akzeptanz statt Toleranz:
Puh, Sie schnauft doch etwas und ich kann Ihre Gedanken lesen. Warum zum Teufel ist das hier so steil, noch 3 Stunden zum Gipfel, aber in 1,5 Std. gibt’s das erste Weißbier. Brav Sie lernt schnell, an meinen 2276 Höhenmetern kann man nichts ändern, die werden akzeptiert. Aber wenn die U-Bahn 5 Minuten zu spät kommt, würde Sie am liebsten die MVG verklagen.

3. Bewegung statt Stillstand:
Es dauert knapp eine Stunde, bis Sie *rund* läuft, Ihr Körper mit allen Muskeln wieder in Einklang ist. Auch bis die Koordination und der Bewegungsablauf von einem gestressten „Büro Huhn“ wieder dem eines freien Huhns gleichen dauert es noch etwas.

4. Natur statt Informationsflut:
Bei mir bekommt Sie einfach Ruhe! Kein Handy, PC, keine Nachbarn, Familie oder nervige Kollegen, die Ihr die Ohren volljammern. Keine Horrornachrichten aus aller Welt, die Sie beunruhigen und Sie selbst doch nicht ändern kann.

5. Zufriedenheit statt Erwartungen:
Nach einer Stunde freut Sie sich über den Schmetterling, der vor ihrer Nase flattert und die Aussicht. Ein unterhaltsames Gespräch bei der ersten Einkehr, lässt Sie komplett den Alltag vergessen. Sie hat nichts erwartet, aber doch viel bekommen.

6. Innerer Frieden statt Energievampire:
Hui, Sie fängt an zu singen, das ist ein gutes Zeichen. Ihre Augen leuchten, jetzt ist Sie endlich mal wieder Sie selbst, der Schutzpanzer ist abgelegt. Keiner gängelt sie von Termin zu Termin, kein Muss-Termin aus Höflichkeit, kein Small-Talk.

7. Innere Kommunikation statt Ratschläge:
Ihr Blitzen in Ihren Augen, lässt mich nochmal Ihre Gedanken lesen. Oh eine super Idee wurde da gerade geboren, ganz ohne „Ratschläge, Informationen, To-do-Listen und ellenlange Vetos des Verstandes. Jetzt arbeiten alle zusammen: Herz & Verstand & Gefühl.

8. Der innere Schweinehund im Training statt Konsum:
Sogar Ihr innerer Schweinehund ist von Ihrer guten Laune so überrascht, dass Er freiwillig mit auf den Berg kommt! Seine Lösungen in Form von „Konsum macht glücklich“ braucht Er gar nicht einzusetzen, es sind keine Amazon & Tchibo Einkäufe nötig.

9. Entspannung statt Stress:
Man sieht Ihr kurz vor dem Gipfel die Leichtigkeit an, obwohl der Weg steil & anstrengend war. Sie wirkt entspannt, der Druck ist weg! Der Druck gefallen zu müssen, perfekt zu sein, etc. Ihr Gang ist geschmeidig, und die letzten Meter zum Gipfelkreuz wirken entschleunigt, der Zeitdruck im Nacken ist völlig verschwunden. Lächelnd sitzt Sie am Gipfelkreuz, die Sorgen hat Sie einfach vergessen.

10. Selbstliebe statt Ablenkung:
Sie ist wirklich glücklich & zufrieden. Sie genießt den Ausblick und den Augenblick wie schon lange nicht mehr. Sie ist zu-friede-n mit sich selbst, endlich spürt Sie wieder dieses Vertrauen ins Leben aber auch die Freiheit so zu sein, wie Sie eigentlich ist.

FAZIT:
Wir haben uns beide so akzeptiert, wie wir sind. Mein spezielles „Bayrisches Yoga“ in Form eines 10 Punkte-Plans ist voll aufgegangen.

 

Etappe 1 zum inneren Frieden : Stärken Sie Ihre Schaffenskraft.

Glück kann man nicht finden – aber mit innerem Frieden kann das Glück Sie finden!

Oft suchen wir nach dem Glück an allen möglichen Ecken & Enden oder warten auf Wunder. Es lässt sich nicht einfangen, nicht voraussehen oder festhalten. Es taucht dann auf, wenn wir nicht damit rechnen, eine Grundvoraussetzung um es überhaupt wahrzunehmen ist die eigene Zufriedenheit. Diese immense Energie die wir mit der Suche nach dem Glück aufbringen, kann man wunderbar verwenden um die eigene Zufriedenheit zu trainieren.

Richtig gehört, Zufriedenheit kann man trainieren. Wie bei einem Marathonlauf kann man verschiedene Etappen vorbereiten & üben, nebenbei können Sie das Kriegsbeil mit sich selbst beizulegen. Dadurch werden Sie den Frieden in sich immer öfters spüren.

Etappe 1 zum inneren Frieden: Stärken Sie Ihre Schaffenskraft.

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