Demokratie in uns?

Demokratie in uns?

Die kleinste Einheit in der viel zitierten Demokratie in unserem Land ist die eigene Persönlichkeit! Während wir normalerweise auf den Logenplätzen der Republik, aus sicherer Entfernung die Politik be-urteilen, natürlich mit der jeweiligen Lieblingsbrille, denken wir nie an die hausinterne Politik. Falls die Lieblingsbrille nicht mehr sitzt, bieten die Medien gerne dem Zeitgeist geschuldete optimierte Gestelle an.

Das eigene Ich und die dazugehörigen Persönlichkeitsanteile eignen sich gut für den jeweiligen Demokratie-Check. Die wichtigsten hauseigenen Parteien im internen Bundestag sind das Ich (Realist), Über-Ich, Es, das innere Kind (Träumer) , der Kritiker, das Ego und natürlich der innere Schweinhund. Emotionen und Gefühle agieren eher als Journalisten, praktisch repräsentieren sie die Medienwelt, die ihre Eindrücke über die Sinne erhalten und Details via Nachrichtenzentrale des Gehirns (Erfahrungen, Werte, etc.) auswerten.

Die Würfel unserer Geburt bestimmen das erlernte Demokratieverständnis! Der Blick richtet sich also auf das Familiensystem, sehe ich die ersten Stirnfalten? Je nachdem, in welchem Konstrukt wir Familie und Gemeinschaft erleben, prägt dies die Staatsform der jeweiligen Persönlichkeit! Je mehr wir als Kind unsere Eltern, Großeltern und Geschwister als Vorbilder für eine gleichberechtigte ausgewogene Beziehung zueinander erleben, desto mehr praktische Erfahrung sammeln wir als Pluspunkte auf der Payback-Demokratiekarte, welche der Familie, dem Umfeld und natürlich uns zugute kommt. Positive Erlebnisse bereichern uns in Form von Selbstliebe, Selbstvertrauen, Selbstakzeptanz und Selbstbewusstsein, Voraussetzung um ein Leben in Balance zu führen, in der Politik spricht man von einer Partei der «Mitte»!

Nun erlebt nicht jeder die Gnade der Geburt in eine intakte Familie, was vor Jahren im Umfeld durch Großeltern, Nachbarn, Vereine noch abgefedert wurde, ist heute weitaus schwieriger zu meistern! Erleben wir die Kindheit mit einem egoistischen, teils narzisstischen Elternteil, finden wir im dazu passenden Puzzleteil, das aufopfernde Elternteil keinen Halt, bzw. ein gesundes Vorbild. Beide bedingen einander, kein Narzisst ohne Opfer, meist gekrönt durch Suchtverhalten beiderseits! Kinder erleben weder eine gesunde Begleitung/Beziehung und werden oft zum Spielball der Eltern, die emotionale Erpressung, Partnerersatz und verkehrte Rollen beinhalten, Kinder übernehmen dann zum Teil die Elternrolle! Diese Familien entsprechen eher dem System von Monarchien, Autokratien bis hin zu Diktaturen!

Erste Anzeichen für eine Rebellion des familiären „Staatssystems“ findet in der Pubertät statt, bei extremen „Staatsformen“ natürlich viel früher durch das „hinweisende“ Verhalten des Kindes, interpretiert als „krankhaftes Fehlverhalten“ des Nachwuchses, anstatt es als Symptom des Systems anzuerkennen! Das berühmte „schwarze“ Schaf der Familie erhebt durch lautstarkes Blöken die Stimme und ruft die Revolution aus, was analog zu politischen Versuchen nie im „Guten“ endet, meist leiden beide Seiten. Die Grabenkämpfe bringen noch härtere Fronten hervor, je nach Staatsform der Eltern, wird das Kind zum Schweigen gebracht und von der Mehrheit als Minderheit reglementiert, was sich meist mit der Volljährigkeit im Fluchtverhalten des schwarzen Schafes zeigt, das einsam flüchtet.

Die Beispiele setzen die äußeren Leitplanken unserer kleinsten Staatsform, im Positiven wie im Negativen, das Positive beschreibt die Mitte der Gesellschaft, in welcher Herz und Verstand im Einklang sind, die negative Beschreibung könnten wir im politischen Spektrum als „Ränder“ bezeichnen, extreme linke und rechte Lager! Das adipöse Ego in Form von Egoisten/Narzissten finden wir vermehrt in Elite (politisch wie wirtschaftlich) die Opfer gesteigert im deklassierten Niedriglohnsektor.

Die Politik spiegelt unsere Gesellschaft, es sind Menschen mit Stärken und Schwächen, die regieren, keine Außerirdischen! Beschweren wir uns über Tarnen, Täuschen und Tricksen der Abgeordneten queer durch alle Parteien (Doktorarbeiten, Vita etc.) finden wir diese in der Bevölkerung vermehrt, ob Wirecard oder eben die eigenen «Erfahrungen» mit Kollegen/Kolleginnen, die mit Lebensläufen, Zertifikaten betrügen und sich mit Vitamin B bzw. Insiderwissen über Vorgesetzte in Positionen schleichen und aussitzen! Politiker werden «Vorbild» für ihre Wähler, die im Leben genauso agieren! Sobald Menschen die über keinerlei Aus-/Bildung, Studium verfügen als Influencer «verehrt» oder in den Medien/Politik mit Preisen überschüttet werden, ist dies als Symptom bzw. Fieberschub der Gesellschaft zu werten!

Wird in der Staatsführung die Digitalisierung endlich vorangetrieben, empört sich der Mensch über den gläsernen Bürger. Grabschen Amazon & Co unsere Daten, ist das legitim und cool! Privat landen wir vermehrt im Burnout da wir alles Intime via Instagram posten, beim Einkaufen, Zugfahren ins Telefon plärren ohne Rücksicht auf Verlust und die kleinste Gefühlsregung der Familie & Partnerschaft jedem aufs Butterbrot schmieren, ob gewollt oder nicht!

Die ganze Abteilung Korruption ist ebenso Teil des Lebens, angefangen bei uns selbst! Wie oft «bestechen» wir uns, egal ob Essen aus Einsamkeit, die neuen Schuhe, um den Selbstwert zu heben, die Urlaubsreisen um «mitzuspielen» im Mein-Haus-mein-Boot-Club, der jede noch so kleine Gemeinde/Familie umzingelt! Bei der Steuererklärung wird jegliche «legale» oder «Grauzone» genutzt, Kinder oder Enkelkinder werden mit «Zuwendungen» gekauft bzw. betäubt! Erträumte eigene Karrieren werden dem Nachwuchs aufgezwängt und die Kinder von «Helikoptereltern» suchen nun den «Helikopterpartner» bzw. das «emotionale Helikopterhaustier» der sie für die Zukunft rettet, notfalls taugt der Staat!

Egal welche Verfehlungen wir Politkern vorwerfen, der Bumerang springt zurück in die Gesellschaft, wir sind immer so demokratisch, wie die Bevölkerung oder die Firmen es sind, Gleiches zieht Gleiches an, die Resonanz lässt grüßen! Was tun?

Wir kommen nicht umhin, uns mit dem Kern des Themas zu beschäftigen, mit der Demokratie in uns, diese ist die erste Prüf-Instanz, um damit als Vorbild zu dienen! Wer gerne Ratschläge an sein Umfeld erteilt, hat meist die Macht im Leben aufgegeben oder glaubt, durch moralische Empfehlungen Defizite im Bildungsbereich zu übertünchen bzw. das eigene schlechte Gewissen auf die Gesellschaft zu übertragen! Werden wir um Rat gefragt, ist dies als kleiner Ritterschlag zu werten!

Anbei zwei Übungen, um den Demokratie-TÜV anzukurbeln!

Bundestagswahl der Persönlichkeitsanteile!

Stell dir vor, Du gestaltest eine Wahl zum Bundestag deiner Persönlichkeit. Erstelle eine Wahlliste mit allen Persönlichkeitsanteilen und beschreibe jeden Anteil mit 2 Stichpunkten. Du hast 100 Prozentpunkte für den Bundestag zur Verfügung. Je nachdem inwieweit die Anteile momentan an Entscheidungen mitwirken, vergibst Du die Prozente! Bist Du mit der Sitzvergabe zufrieden?

Medienzusammensetzung: Gefühls- und Emotionsschule!

Den zweiten Blick wirfst Du auf die hausinterne Gefühls- und Emotionsschule!

Unser Spiegelbild im Außen sind die Medien, denen wir oft Manipulation und einseitige Berichterstattung vorwerfen! Wie sieht es in dir aus, arbeiten deine Gefühle und Emotionen gleichberechtigt mit dem Verstand und den restlichen Persönlichkeitsanteilen zusammen?

Für den Umgang mit Gefühlen gibt es leider noch kein Schulfach. Unsere Er-Ziehung und Umfeld prägt die Handhabung mit Emotionen. Gefühle sind wunderbare Signale, die uns auffordern, die jeweilige Situation näher zu betrachten. Sie wollen wahrgenommen, akzeptiert und in gesundem Maße ausgelebt und anschließend ver- bzw. bearbeitet werden.

Wie lebst Du deine Gefühle aus? Wie beeinflussen sie deinen Alltag? Gibt es Gefühle, die Du verdrängst oder betäubst? Die Grundgefühle sind Wut, Trauer, Angst, Freude, Zorn, Neugier und Scham. Welche Emotionen bestimmen momentan dein Leben, bzw. kommen im Alltag gar nicht vor?

Bist Du zufrieden mit deiner Staatsform?
Wenn ja, bist Du ein Leuchtturm für die Demokratie, ein plus für das Zentrum der Gesellschaft, mehr als Impulse zu setzen und im «Dunstkreis» zu wirken ist nicht nötig! Authentizität wirkt nur im direkten Kontakt, die viel geforderte politische Korrektheit erstickt jeglichen Austausch in Sachen Kommunikation bzw. Diskussion und zerbröselt die Fugenmasse der Demokratie!

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Mensch oder Hybrid?

Mensch oder Hybrid?

Die Frage mag irritierend wirken, ein Blick hinter die Fassade des Homo sapiens hilft uns weiter! Während wir uns bei artgerechter Tierhaltung in der Regel einig sind, taucht die Nachfrage ob wir uns selbst artgerecht ver-halten selten auf! Der Mensch ist Teil der Natur, vielleicht bringt das Licht ins Dunkle! Konkreter gefragt, wie natürlich verhalten und gestalten wir das Leben im 21. Jahrhundert!

Während unsere Vorfahren noch im Einklang mit der Natur und ihren Rythmus im sozialen Verbund lebten, hat das Streben nach künstlicher Perfektion Einhalt in das Privatleben der Menschen gefunden! Mit Erfindung der Work-Life-Balance, eine Blüte des Turbokapitalismus, wurde die Tür ins Wettrüsten des menschlichen Hybrids vor ca. 25 Jahren weit geöffnet! Der Hybrid hat zwei primäre Ziele in seiner Existenz, die der Leistung und die des Konsums! Mit Hilfe der digitalen Welt wurde das Hamsterrad nochmal getunt, um die Dividenden derer zu stärken, die davon profitieren. Je höher die Aktienkurse steigen, umso mehr weint die Seele der Menschen, die noch die Natürlichkeit in sich spüren, derweil die Hybride sich mit Drogen aller Art betäuben, um dieses schwache Signal an Menschlichkeit zu unterdrücken!

Das Gefährliche daran ist auf den ersten Blick nicht immer erkennbar, ob es sich um einen Menschen oder Technik-Konsum-Hybrid handelt, ein Selbsttest ist freilich der sinnvollste Start in die Überprüfung! Im besten Fall wohnen wir in einer gleichberechtigten WG Körper-Geist und Seele! In dieser WG sind auch die Persönlichkeitsanteile ICH, Es, Über-Ich, Ego, innerer Schweinehund und inneres Kind als Mitbewohner vertreten! Andockstelle für die Entstehung des Hybrids in uns ist übrigens ein adipöses Ego, praktisch der Judas der Neuzeit, dazu später! Je natürlicher wir erscheinen und uns verhalten, umso gesünder strahlt die Persönlichkeit. Je mehr wir im Außen aufrüsten, faken und kopieren, desto gefährlicher für uns und das Umfeld!

Ein Blick in den Spiegel und die Wohnung/Haus ist ein guter Gesundheits-Check-up!
Je mehr wir mit Künstlichkeit nachrüsten (Haare, Nägel, Zähne, Botox, Lifting, Silikon-Implantate an allen möglichen und unmöglichen Stellen) desto mehr Defizite lassen sich in der menschlichen Persönlichkeit(u.a. Selbstliebe) vermuten! Die zweite Instanz, die wir prüfen, sind die technischen Errungenschaften, um das eigene Ego zu füttern und die Intelligenz in uns zu schwächen. Das Mein-Haus-mein-Boot Spiel ist ein Kampf, das jede «Kaste» mitspielt, vom Thermomix, Traktor, E-Bike bis zur Yacht ein probates Mittel, um die Wirtschaft anzukurbeln und das gemeine Volk zu entkräften und zu spalten!

Die artgerechte Haltung, die uns praktisch als Sonnenschutz vor allzu aggressivem Marketing seitens der Lobbywirtschaft – Politik – Werbung – Medien schützt, ist wichtig!

Je natürlicher wir uns ernähren und mit einem gesunden Umfeld umgeben, desto stabiler äußerst sich unser Dasein. Bewegung, Musik, Kreativität als seelische Präventionsmaßnahme ergänzen artgerechtes Verhalten und sorgen für ein resistentes Seelenleben! Der Aufenthalt in der Natur und die Verbundenheit zu ihr ist ein weiterer Baustein, das ist der Unterschied zum Naturbenutzer, den der trendige Zeitgeist als Moralschild vermeintlich vor sich trägt.

Die Natur als Heiler und Lehrer!

Sie fordert & fördert uns, beruhigt Geist und Seele. Heilsam wirkt sie, durch die Bewegung in der Natur synchronisieren beide Gehirnhälften, der Organismus erhält mehr Sauerstoff und die Gefühle werden automatisch balanciert. Egal welche Emotion hochkocht, ein Aufenthalt in der Landschaft sorgt für Ausgleich. Unser Koordinatensystem der Sinne wird angesprochen, ob Tastsinn, Gleichgewichtssinn oder der Bewegungssinn, alle sind gefordert! Der Wärme-, Seh-, Geschmackssinn und Geruchssinn trainieren in der Natur! Die Jahreszeiten dienen gerne als Vorbild für unseren Energiehaushalt, vom Frühjahr (Ideen) über den Sommer (praktische Umsetzung) zum Herbst (Ernte) bis zur Regeneration (Winter) folgen wir diesem Rhythmus, funktioniert gleichermaßen als 24-Stunden-Kreislauf! Die Natur liefert gratis eine Hausapotheke, somit dürfen wir uns gerne erkenntlich zeigen!

Der Mensch ist in das Ökosystem der Erde eingebunden, nicht anders herum. Wir sind nicht Mittelpunkt des Systems, wir sind Teil davon. Der Planet hilft uns dabei, die eigene Menschlichkeit zu beleben. Er kitzelt alle Sinne (u. a. Tastsinn, Sehsinn, Hörsinn, Geruchssinn etc.) auf einmal und wir erleben durch die Beziehung und Bewegung in der Natur, Sinnhaftigkeit. Die Natur zwingt uns zu mehr authentischem Verhalten, Akzeptanz der Realität und zeigt klar Grenzen auf! Sie gibt den Takt vor, ein weiser Mensch lernt, diesen zu verstehen!

Der Mensch ist Teil der Natur – konkurriert aber mit der Technik – ein Spiel von Hase und Igel! Wodurch wird der Zugang zu den 2 Top-Qualitäten des Menschen verschüttet? Tauschen wir die Wörter Authentizität und Empathie gegen Natürlichkeit, wird es klarer! Seit ca. zwei Jahrzehnten haben wir den beruflichen Leistungsdruck (Konkurrenz, Effizienz, Perfektion etc.) auf das Privatleben ausgeweitet und schaden uns selbst. Wir konkurrieren immer mehr mit der digitalen Welt bzw. dem Computer. Wir streben nach Fehlerlosigkeit, Effektivität und sofortiger Erfüllung unserer Bedürfnisse in Beziehungen und im privaten Alltag! Die Medien, egal ob Fernsehen oder Internet bespielen uns mit Formaten, in der Menschlichkeit kaum zu finden ist, weder äußerlich noch innerlich. Sendungen, die den Konkurrenzdruck und Jeder-gegen-Jeden befeuern (Koch-, Back- bis Spielshows). Menschen die immer unnatürlicher wirken & agieren, werden wie Zootiere (Big Brother, Gesangswettbewerbe etc.) vorgeführt. Wir streben danach uns so effizient wie ein PC zu benehmen, und wenn nötig werden Ersatzteile einfach implementiert, der Gang zum Schönheitschirurgen scheint so normal wie der Besuch des Supermarktes. Wir erwarten, dass unsere Beziehungen funktionieren wie ein Smartphone, notfalls gibt es nach ein paar Jahren ein ähnliches, aber neues Modell oder wir „leasen“ gleich Freundschaft+. So eine richtige Partnerschaft ist unrentabel, zur Not ein Haustier + Tinder, das funktioniert wunderbar, die Kosten halten sich in Grenzen und niemand widerspricht! Zu guter Letzt setzen wir uns selbst außer „Funktion“ – dieser eingepflanzte Perfektionismus schadet der Gesundheit und dem Umfeld! Die Seele weint! Tag für Tag ein Stück Natürlichkeit, bringt uns wieder zur Klarheit, Freude und Menschlichkeit.

Mehr Natürlichkeit – mehr Sinnlichkeit, innere Strahlkraft!

Der Kinofilm „A Star is Born“ mit Lady Gaga ist ein anschauliches Beispiel dafür, das Natürlichkeit die Künstlichkeit um Längen schlägt. Ohne die schrillen Outfits & Make-up war Lady Gaga auf den ersten Blick kaum zu erkennen! In diesem Film bezauberte sie mit einer echten Schönheit – Anziehungskraft, die mit ihren sonstigen Aufmachungen nie erreicht wird! Ihre Augen, die Gesichtszüge sprechen eine eigene Sprache, die keine weiteren „Verunstaltungen“ benötigen. Sie strahlt von innen – ein Film, der genau deswegen berührt?

Natur – Natürlichkeit stärken!

Die Natur ist ein ehrlicher Lehrer! Lebst Du in Einklang mit ihr? Wie gestaltet sich dein Tages-, Wochen- und Jahresrhythmus?

1. Wie natürlich gestaltet sich deine Nahrungsaufnahme? Kochst und bäckst Du meist selbst? Welche Lebensmittel kaufst Du ein, Grundnahrungsmittel oder eher industriell gefertigte Nahrungsmittel? Bist Du beim Kochen aktiv kreativ, oder nutzt Du überwiegend Apps und diverse technische Gerätschaften?

2. Wie gestaltet sich dein Alltag, bist Du täglich in der Natur? Lebst Du eher natural oder digital? Hast Du mehr Kontakte in der digitalen Welt incl. Geräte als zu Menschen?

3. Suche dir jeden Tag eine Tätigkeit, die dich wieder mehr zu einem Menschen werden lässt!

Digitale Welt – bist Du ihr Sklave?

Wie beeinflusst die digitale Welt unser Verhalten und die Gefühlslage, wie gehen wir mit den Auswirkungen um? Die Arbeitswelt spiegelt uns immer wieder mit Epochensprüngen (industrielle oder digitale Revolution) die Urängste, die Ersetzbarkeit des Menschen in seiner Arbeits-kraft. Wie nutzen wir diese Innovationen, ohne in Konkurrenz zu treten und uns die Menschlichkeit zu bewahren? Im Privatleben macht sich dieser Konkurrenzkampf und Perfektionismus ebenfalls breit, mithilfe der (asozialen) Medien kommt es zu einer verzerrten Wahrnehmung. Triple Marathon, Alpenüberquerung und Freundschaft+ sind Symptome dieser Zeit u.a. Rentabilitätsrechnungen für Netzwerke, Partnerschaften und Beziehungen aller Art.

Ob das www Freiheit oder Versklavung hervorbringt, liegt an und in uns, das Internet ist ein Spiegel unseres Ich´s! Der weise Umgang damit erfordert Disziplin und eine eigene innere Klarheit. Bist Du Häuptling oder Sklave dieser unsichtbaren Welt? Sie ist nicht die Lebensrealität, sie ist eine „Tür“ um uns mit Informationen und Kommunikation zu versorgen, wir stellen die Bedingungen, die Dosis macht das Gift!

Je gefestigter wir im realen Leben sind, um so geringer ist die Bedrohung „versklavt“ zu werden. Sehen wir das Mobiltelefon als Mittel zum Zweck (Informationsaustausch) ist alles gut, missbrauchen wir die Technik um den Selbst-wert zu steigern, oder im Trend zu liegen, ist Gefahr im Verzug! Je zahlreicher wir Geräte um uns horten, umso mehr verlagern wir eigene Fähigkeiten und die Verantwortung nach Außen. Wir selbst werden abhängig und die Kreativität und Zufriedenheit leidet. Wer als Hobbykoch/-bäcker nur mit teurem Equipment und exotischen Zutaten hantiert, stärkt das Ego, und verliert sich doch im stetigen Konkurrenz- und Perfektionsdrang, es findet sich immer jemand, der „perfekter“ ist.

Dieser 24-Stunden Mediendruck von allen Seiten, ist eine Herausforderung für die Gefühlswelt und die Persönlichkeit! Um einen gesunden Umgang damit zu finden, ist eine stete Stärkung unserer ureigenen Tugenden wie Gerechtigkeit, Klugheit, Mut, Besonnenheit, Mitgefühl, Aufmerksamkeit, Aufrichtigkeit, Bescheidenheit, Gelassenheit, Großzügigkeit, Nachsicht, Selbstachtung, Toleranz und Beleben der Fähigkeit zur Freundschaft und Liebe ein solides Gegenmittel.

Mit diesen Kompetenzen werden wir neue digitale Errungenschaften integrieren, ohne unser Mensch-Sein zu verlieren. Der Mensch ist Bindeglied zwischen Natur und Technik, welche immer dann zum Einsatz kommt, um das Leben der Umwelt incl. Erdenbürger zu erleichtern, mit der Vorgabe keinen Raubbau zu betreiben.

Konsum – gesundes oder adipöses Ego?

Wir holen die große Lupe hervor, um uns dem Ego zu widmen. Warum? Weil das Ego neben den Emotionen und Gefühlen am meisten gefährdet ist! Der ungeduldige Zeitgeist fordert gerade bei Emotionen/Gefühlen die wir als nicht positiv bewerten, eine sofortige Lösung oder Ablenkung. Hier spielt das Ego sowie der innere Schweinehund eine große Rolle!

Ein gesunder Anteil des Egos ist wichtig, es schützt uns vor Ansprüchen der Umwelt, die uns kurz- oder langfristig nicht gut tun. Es ermöglicht ein aktives Leben und ermächtigt uns Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Die Persönlichkeit speist sich aus Verstand und Herz, die miteinander kommunizieren und den Anteilen, Ich, Über-Ich, Es, inneres Kind, Kritiker, Träumer, Realist, innerer Schweinehund und dem Ego etc.

Ein ungesundes Ego kann nur entstehen, wenn ein oder mehrere Anteile von oben weniger ausgeprägt sind, was bei fast jedem Menschen im Laufe des Lebens der Fall ist. Haben wir verlernt als Erwachsener zu träumen, uns den Funken der kindlichen Neugier zu bewahren, ist ein Raum offen der gefüllt werden möchte. Ist die Eigenliebe etwas lädiert, eine Beziehung in die Brüche gegangen, ist nochmal mehr Platz. Jeder Mensch strebt nach Anerkennung, wenn wir dazu momentan selbst nicht in der Lage sind, die unguten Gefühle nicht bearbeitet werden, springt das Ego gerne ein, es sorgt für Prestige im Außen, meint es!

Gefährlich daran, es gibt genug Aasgeier, die bereits darauf warten, dass es uns nicht gut geht, um schnell für Abhilfe zu sorgen und das adipöse Ego weiter aufzublasen! Überbordender Konsum ist die Droge des kranken Egos, es sorgt für positive Fast Food-Gefühle und im Außen spielt es das Mein-Haus-mein-Boot-Spiel! Verdrängen wir die negativen Emotionen, ist ein neues paar Schuhe, Haushaltsgerät, E-Bike oder Smartphone gerade recht, sagt das Ego. Wir ernten etwas Zustimmung, aber morgen schon werden wir im Hamsterrad überrannt, es gibt immer jemanden, der mehr im Trend liegt, das neueste Telefon bzw. das bessere E-Bike besitzt.

Je mehr wir im Außen aufrüsten, desto schwächer wird die Persönlichkeit in uns, die Seele leidet! Das Ego ist abhängig von Konsummitteln und wird immer von Gleichgesinnten Drogenabhängigen bewundert und überholt, wer ist zuerst am Futtertrog!

Übrigens ist ein gesundes Ego ebenso Verführungen ausgesetzt, dafür gibt es Marketing und Medien! Es werden unrealistische Vorgaben er-zeugt (Bilder sagen mehr als 1000 Worte) um eben diese noch mündigen Menschen davon zu überzeugen, man wäre definitiv unglücklich ohne die entsprechenden Waren bzw. Dienstleistungen zu be-sitzen! Von der gelifteten/photogeshopten Schauspielerin, Moderatorin/Influencerin zum E-Bike das uns vorgaukelt wir wären sportlich bis zum Ersatz-Freundeskreis (soziale Medien, App, Smartphone, Alexa) die widersprechen einem nie!

Wir alle konsumieren, daran ist nichts auszusetzen, ein gesundes Ego sorgt für das richtige Maß, ohne das es unserer Persönlichkeit schadet! Die Dosis macht das Gift!

Die Gesellschaft ist immer die Summe ihrer Bewohner, die Menschlichkeit im persönlichen Königreich aufrechtzuerhalten ist die einzige Chance, als Leuchtturm bzw. Vorbild – Impulsgeber zu leben, ohne radikale Missionierung!

Bild – Canva!

Seele auf Jobsuche?

Seele auf Jobsuche?

Unsichtbar aber dennoch machtvoll wirkt sie in unserem Leben, die Seele! Von Geburt an ist sie als innere Strahlkraft mit an Bord! Sie drückt sich durch Kreativität, Phantasie, Neugier und Freude aus. Sie unterstützt die Gefühle beim Ausdruck und Lernen! Die Suche nach dem Sinn des Lebens stellt sich erst, sobald die Wolken des Schicksals die innere Sonne verdunkeln!

Im Laufe des Erwachsenwerdens wirkt unser Umfeld auf die Seele ein, im Positiven wie im Negativen. Je liebevoller die Lebensumgebung ist, umso mehr Unterstützung erhalten wir – der kleine Mensch strahlt Lebensfreude aus in allen Facetten. Dazu gehören ebenso unangenehme Gefühlswolken wie Angst und Wut, die werden erfahren und erlebt, ein wichtiger Lernprozess. Je destruktiver unser Familiensystem ist, umso mehr leidet die Seele und zieht sich aus Furcht vor Sanktionen zurück.

Ein Nebenbuhler der Neuzeit wird vom Ego angeheuert! Sobald sich das Ego in der Chefetage einnistet und die Zielvorgabe Outsourcing, Perfektionismus, Effizienz und Ungeduld ausgibt, wird der Technik als Konkurrent der inneren Sonne Tür und Tor geöffnet.

Die Seele lebt davon sich auszuprobieren, ihre Gewürze der Kreativität, Phantasie, Neugier und Freude in den Alltag zu streuen, als Dividende stellen sich Sinnhaftigkeit und Zufriedenheit ein. Es muss nicht zwingend der Beruf sein, in der Freizeit wäre genug Platz, um die Seele zu spüren, aktiv und passiv!

Getrieben vom Hamsterrad, gesponsert von Medien & Konzernen und Ego-Mitmenschen, setzen wir uns selbst unter Perfektionsdrang. Anstatt mit allen Sinnen zu kochen, wird so viel wie möglich automatisiert und outgesourct, zulasten der Seele. Gekocht wird gem. Zuchtmeister streng nach Rezept, Kalorientabelle mit Thermomix und allerlei Gerätschaften des Egos. Berühren der Lebensmittel ist verpönt, Phantasie, Kreativität und Sinn-lichkeit verboten! Wichtiger ist die sündhaft teure Küchenmaschine, den Messerblock und die fertigen Fotos des Menüs zu posten!

Dieses Beispiel zeigt deutlich, es wird ohne Seele gekocht, dafür das Ego poliert. Es lässt sich auf alles im Alltag und Leben übertragen! Ob beruflicher Kollegenterror, gefördert von der Chefetage, um jegliches Gemeinschaftsgefühl zu unterdrücken, Fitness- und Modewahn, extreme Sexvarianten, Urlaubsorte, bis zum Nachwuchs, der Opfer der eigenen Mein-Haus-mein-Boot Spiele der Eltern wird, es pusht das Ego, die Seele leidet!

Wir Menschen besitzen ein feines Gespür für die Seele, ob aktiv oder passiv. In der Musik dockt ein Song direkt an die Gefühlsebene an, sobald er mit Liebe und Authentizität geschaffen wurde. Jene Personen die verbunden sind mit ihrer Intuition verfügen über einen siebten Sinn für wahre Musik jenseits von Casting & Werbeindustrie, Copy-and-paste Marionetten haben wenig Chance!

Die Seele will und darf nicht ausgelagert werden im Alltag. Sie möchte mitwirken beim Arbeiten, Kochen, Wandern, Sport, Spielen, Ent-spannen oder Sex! Sobald wir mehr Zeit mit sozialen Medien bzw. Geräten (z. B. Smartphone, Thermomix, Alexa, Apps) oder kopieren von Vorbildern verbringen als mit uns selbst und den Mitmenschen, ist es ratsam, die Seele wieder vom 450-Euro Job in die Vollzeitstelle zu versetzen!

Kinder sind sehr gute Lehrmeister für die Vollbeschäftigung der Seele im Alltag, vorausgesetzt sie wachsen in einem gesunden Umfeld auf. Überall wo Kreativität, Phantasie, Neugier und Freude und alle Sinne arbeiten dürfen, erhalten wir Zuwachs im Seelenhaus. Die Natur ist ein heilsamer Arzt, um wieder Platz zu schaffen, für mehr Sinnlichkeit und Menschlichkeit in uns, sobald der innere Roboter überhandnimmt. Dies gilt ebenso für die Hingabe an die wahre Persönlichkeit, die wir nun mal sind, ein einzigartiges Original als Puzzleteil im großen Gemälde der Menschheit!

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Etappe zum inneren Frieden: Ungeduld ist Gift, Geduld Betäubung aber Akzeptanz ist Balsam für Körper & Geist und Seele!

Etappe zum inneren Frieden: Ungeduld ist Gift, Geduld Betäubung aber Akzeptanz ist Balsam für Körper & Geist und Seele!

Etappe zum inneren Frieden: Ungeduld ist Gift, Geduld Betäubung aber Akzeptanz ist Balsam für Körper & Geist und Seele!

Man könnte aus der Haut fahren, schon wieder kommt die S-Bahn nicht, zum gefühlten 167 Mal dieses Jahr fährt sie nicht. Wo heute so ein wichtiger Termin ansteht, lässt Sie die Bahn im Stich. Sie kochen innerlich, vor ihrem geistigen Auge manifestiert sich die Klageschrift. Sie ringen mit sich, ob Sie auf ein Wunder warten oder doch mit den anderen Frustrierten um ein Taxi kämpfen. Solche Erlebnisse kennt jeder, die uns den ganzen Tag versauen können, der „ Bad-Day“ ist geboren. Man tigert wie ein schlecht gelauntes „Atomkraftwerk“ durch die Gegend! Sie wirken wie ein Magnet, der Situationen magisch anzieht, die Ihrer Stimmung entsprechen, die Wette läuft! Der Bahn schadet ihre Ungeduld nicht, ihr ist es egal, aber die Auswirkungen auf den eigenen Organismus sind immens. Ungeduld erzeugt Stress, Adrenalin und Kortisol Spiegel usw. springen in die Höhe, je länger Sie sich ärgern, umso mehr schaden Sie dem Körper. Noch schwieriger wird es, sobald andere Personen beteiligt sind, die eigene Ungeduld löst beim Gegenüber Druck aus und somit Stress bei allen Betroffenen, die Situation verschärft sich.

Geduld ist Betäubung für Körper & Geist und Seele!

Sogar wenn Sie in schwierigen Situationen mit Geduld anstatt mit Ungeduld reagieren, ist die Sache nicht vom Tisch. Der Stresspegel ist nicht mehr so hoch, aber Geduld dient nur als Vorstufe zur Akzeptanz. Geduld bedeutet etwas zu „dulden, ertragen“, obwohl wir selbst schneller bzw. anders handeln würden. Sobald Sie geduldig re-agieren, glaubt man, es „besser“ zu wissen, somit klettern wir eine Stufe höher. Wir sind nicht mehr auf Augenhöhe mit unserem Gesprächspartner, dadurch nehmen wir beiden die Möglichkeit, sich wirklich auszutauschen.

Akzeptanz ist Balsam für Körper & Geist und Seele!

Umstände oder Personen zu akzeptieren, die nicht unseren Vorstellungen entsprechen, bringt nicht nur Entspannung für den Counterpart. Es ermöglicht uns, in Ruhe neue Erkenntnisse aus der Situation zu sammeln und zu prüfen, um eigene Wertvorstellungen zu erweitern, uns ggf. anders zu verhalten oder anschließend Grenzen zu setzen. Akzeptanz heißt in diesem Fall das Gegenüber und uns selbst mit den jeweiligen Werten zu akzeptieren, um eine Lösung mit der größtmöglichen Gelassenheit und Klarheit für die Zukunft zu treffen, ohne in einem Strudel von Emotionen zu versinken.

Erwin – der Angriff auf den inneren Schweinehund

Erwin – der Angriff auf den inneren Schweinehund

Ich habe schwierige Zeiten hinter mir, der Januar ist der übelste Monat für mich, jedes Jahr graut mir mehr davor. Vor allem, weil der Übergang so krass ist. Im Dezember ist die Welt noch in Ordnung, oft die schönsten Wochen überhaupt. Ich trinke und esse nach Herzenslust, lasse es mir gut gehen, entspanne auf dem Sofa und Weihnachten wird jedes Jahr besser. Es gibt haufenweise Verköstigung und Geschenke, die wir diesmal alle zu 100 % per Knopfdruck bestellt haben, die Idee kam von mir, wohlgemerkt.

Pünktlich zum 01. Januar habe ich das obligatorische Zielvereinbarungsgespräch, ein listiger Versuch meines Chefs. Immer der gleiche Ablauf. Zuerst kommt ein Katalog mit Verfehlungen, ich wäre bequem, unsportlich, würde wahllos Essen & Trinken, es gleicht eher einem strengen Leviten lesen. Was aber 10 Monate keinen stört, wird nun angeblich zur Gefahr für Leib und Leben und ab sofort rigoros verboten.

Ich kenne diese Art von Gesprächen und lasse sie über mich ergehen, denn meist ist der Spuk nach 4 Wochen vorüber. Der Februar ist schon wieder recht lustig, ich inhaliere Krapfen ohne Veto und trinke bis dieser blöde Aschermittwoch mir nochmal einen Strich durch die Rechnung macht. Dann sind wir urplötzlich christlich und fasten bis Ostern. Aber mein Durchhaltevermögen ist immens, Ohren auf Durchzug und mit einer Jetzt-erst-Recht-Mentalität gewinne ich die meisten dieser seltsamen Angriffe, die er so plant. Das restliche Jahr erhole ich mich von diesen internen Kämpfen.

Ich habe überlegt, eine Selbsthilfegruppe zu gründen, mein Chef ist ja wirklich ein sonderbares Exemplar. Wenn er mich nicht hätte, wäre er Workaholic, ich herrsche alleine in der Chefetage der Entspannung. Seine radikalen und einsamen Entscheidungen, die er trifft, ohne auch nur einmal zu fragen, was ich davon halte, nerven ziemlich. Verbote über Verbote, zuerst macht Schokolade glücklich, pünktlich am 01.01. würde uns ein kleines Stückchen fast umbringen. Von April bis Dezember kümmert er sich überhaupt nicht um mich, und dann kommen aus dem Nichts Vorhaltungen, woran ich alles alleine schuld wäre. Er ignoriert doch seinen Stress und seine unguten Gefühle. Wer sorgt denn hier für Entspannung und Glückshormone? Das ist ein Knochenjob und ich will ihm ja nur eine Freude bereiten!

Er ist aber sowas von stur, nie hat er Zeit für mich, zum Beispiel:

Es ist ein Glücksspiel zu erfahren, wann ich was Anständiges zu essen bekomme, da bleibt ja nur Selbstfürsorge! Würde er regelmäßig kochen, hätte ich weniger Angst zu verhungern. Eventuell würde ich darüber nachdenken das 2. Frühstück, meine geliebte Mohnschnecke, die so fantastisch mit dem Cappuccino harmoniert und das E-Mail lesen immens erleichtert, zu canceln.

OK, ich bekenne mich schuldig, manchmal zu Übertreibungen zu neigen, und wir haben uns schon besser verstanden. Ihn dauerhaft zu ignorieren wird mir nicht weiterhelfen. Vielleicht ist der Urlaub eine gute Idee, um mal mit ihm zu quatschen. Vorausgesetzt wir finden ein Ziel, das uns beiden gefällt. Ein ansprechender All-inklusiv-Club, ein attraktiver Traum! Oder sind das Anzeichen für ein Delirium? Seit Tagen bin ich gefühlt im offenen Vollzug (Wasser & Brot). Davon bekommen wir schlechte Laune, was Stress erzeugt, das geschieht ihm recht! Damit habe ich ein Druckmittel und bald gibt’s das alte gemütliche Leben wieder zurück.

Immunsystem – Bundeswehr- oder Eliteeinheit?

Es wird überrascht sein, unser Immunsystem, einerseits von so viel Aufmerksamkeit seitens der Medien, andererseits verändert sich momentan die Wahrnehmung des jeweiligen Besitzers! Ein banger Blick richtet sich auf unsere körpereigene Kampftruppe, wie sind wir denn aufgestellt?

Je nach Alter des Menschen hat das Immunsystem schon einiges erlebt, an Angriffen von außen, Viren, Bakterien, entartete Zellen, von Herpes bis Masern usw. Selten bekam es Dankesschreiben, für die gute Arbeit die es leistet. Unterstützung bzw. Etaterweiterung wird der Mensch meist erst nach schwierigen Rettungseinsätzen leisten, dann wird ihm bewusst welche Eliteeinheit wir im Körper sitzen haben.

Es ist Zeit uns ans eigene Näschen zu fassen, wie behandeln wir unsere Immunabwehr, so wie die Pflegekräfte in Deutschland? Wenig wertgeschätzt und unterbezahlt, das Abwehrsystem soll seinen Job machen und die Klappe halten, Hochmut kommt vor dem Fall.

Unterstützung in Form der üblichen Verdächtigen, gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung sind gemeinhin bekannt, inwieweit es umgesetzt wird, liegt überraschenderweise in der Verantwortung des jeweiligen Menschen, verdammt gibt es da keine anderen Schuldigen?

Neben den üblichen Eindringlingen, von Bakterien bis Viren, ist ein alter Bekannter Killer unter dem Sammelbegriff „Stress“ bekannt, er versucht uns tagtäglich den Garaus zu machen. Der nervige Chef, die jammernde Mutter, die eigene Sucht z. B. tagtäglich Bad News zu inhalieren, als Frühstück und um das Immunsystem weiter zu gefährden, brav vor dem Zubettgehen, noch ein weltweites Horrornachrichten-Potpourri.

Stress im negativen Sinne ist ein trojanisches Pferd, darunter sitzt eine oft unbewusste Angst. Angst nicht perfekt zu sein oder der Situation gerecht zu werden. Die eigene Eitelkeit welche Hilfe anzunehmen boykottiert, wie auch wenig erlernte Problemlösungsprogramme können Probleme zu einer Stresslawine werden lassen, die unser Immunsystem laufend angreift.

Wie wäre es mit einem 4 Augen Gespräch, eine Bestandsaufnahme und ein Zielvereinbarungsgespräch mit den eigenen Pflege- und Securitymitarbeitern? Wer sitzt uns da gegenüber, eher eine Bundeswehrtruppe mit nicht einsatzfähigen Panzern, oder eine top ausgebildete Eliteeinheit, gut trainiert, versorgt und wertgeschätzt?

Kommunikation lautet das Zauberwort, meine „Mitarbeiter“ und ich haben einen 10 Punkte Plan erarbeitet, wir sind alle zu-frieden damit. Den jeweiligen Punkten kann das Wort gesund vorangestellt werden, oder anders übersetzt, die Dosis macht das Gift, die goldene Mitte usw. ein humorvoller Selbstversuch:

  1. Bewegung

Der Istzustand ist gut, bisher sind wir 3–4 Mal die Woche an die gute frische Luft gekommen. Wir vereinbaren 6 Tage Bewegung, moderat von Laufen, Spazierengehen, Wandern, Fahrradfahren + 1 Sportart im Bereich Kampfsport, sobald die Haftbedingungen 2020 wieder gelockert werden. Lustigerweise hat gerade der innere Schweinehund am wenigsten Veto eingelegt, jetzt wo er Home-Office vom Landesvater verordnet bekommt, möchte er raus! Nachtigall, ick hör dir trapsen.

  1. Ernährung

Meine Ernährung ist gut aber nicht wirklich ausgewogen, die Truppe jammert mich voll, kreativer und abwechslungsreicher zu kochen. Außerdem monieren Sie den Kaffeekonsum, sie stünden unter Dauerstrom! 7 Tassen sind gestrichen, wir einigen uns auf 3 Tassen am Tag, den Entzug machen alle mit. Im Gegenzug fordere ich eine Stunde mehr Schlaf, somit würde sich der Kaffeekonsum automatisch reduzieren. Problematisch ist der Missbrauch von Genussmittel, hier: Schokolade. Ein halbseidener diplomatischer Versuch seitens meines inneren Schweinehundes bringt die Tatsache auf den Tisch. Ich würde bei aufkommender Wut Schokolade essen. Was, ist ja unglaublich, ich gebe mich geschlagen. Die Truppe empfiehlt mir tägliches Meditieren, in der Zwischenzeit spielen sie eine Runde Schafkopf.

  1. Schlaf

Grundsätzlich sind wir alle zufrieden mit der Dauer & Qualität. Schlafumgebung ist ruhig, ohne störende Faktoren oder technische Geräte. Gelegentlich stören diffuse Träume die Schlafqualität. Wir einigen uns darauf, 2 Stunden vor dem Zubettgehen kein Internet, Nachrichten mehr zu konsumieren. Aufkommende Grübeleien werden mit Musik entschärft.

  1. Humor/Freude

Gut, aber dennoch ausbaufähig. Die Dokumentation über die täglichen kleinen & großen Freuden kann verbessert werden. Wir einigen uns darauf, es als tägliches „Gebet“ vor dem Zubettgehen zu Papier zu bringen. Die Kollegen freuen sich über die tägliche Portion Humor, Witze, Musik oder Youtube Videos, z. B. das Leben des Brian, verbessert die Stimmung immens.

  1. Beziehung

Großes Lob seitens meiner Mitarbeiter. Seit ich die Beziehungen aller Art, beleuchtet und ordentlich ausgemistet habe, hat sich mein Immunsystem verbessert. Mehr Platz für gesunde Beziehungen, incl. die zu mir Selbst hat meine Gesundheit immens verbessert, die körperliche & seelische.

  1. Natur

100 %ige Übereinstimmung, alle sind glücklich mit dem täglichen Naturgenuss. Macht zufrieden, gibt Kraft und stärkt den Realitätssinn. Keine Änderungen vonnöten.

  1. Musik

Grundsätzliche Zustimmung zur Musikauswahl. Einige beschweren sie über die Musik via Radio, da die vielen Nachrichten wenig informativ sind, sondern eher Geschwätz. Die Truppe fordert mehr reine Musik, weg von den Sendern. Wir einigen uns auf 80 Prozent Musik und 20 Prozent Radio.

  1. Frieden

Der innere Frieden ist grundsätzlich gesichert, ein Friedensabkommen mit allen Persönlichkeitsanteilen ist unterschrieben und wird eingehalten. Probleme werden am runden Tisch besprochen, entsprechende Lösungen werden umgehend generiert. Die Zusammenarbeit ist gut, das innere Kind & Schweinehund fordern mehr Mitsprache und Kapazitäten, Antrag wird entgegengenommen.

  1. Neugier

Das Unterhaltungsprogramm könnte verbessert werden, die Neugier auf neue Unternehmungen ist vorhanden, die Truppe moniert vorsichtig meine Disziplin, ich wäre ein Gewohnheitstier. Verbesserungsvorschläge werden akzeptiert, um die Gehirnzellen zu trainieren, werde ich meinen alten Wunsch Fremdsprachen zu lernen aufnehmen, wenn nicht jetzt, wann dann?

  1. Akzeptanz

Manchmal noch ein Eiertanz, wie Bitte? Die endlosen Debatten über herrschende Tatsachen möchte ich bitte auf ein erträgliches Maß an Diskussion begrenzen. Die Redezeit einzelner interner Zauderer könnten zeitlich begrenzt werden. Was wollt ihr denn, einen Norbert Lammert des Bundestages für meine inneren Dialoge? Gelächter folgt. Die Truppe fordert mehr Love it, Change it or leave it. Jawohl!

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